Seit bald vier Jahren treffen sich Regierungsrätin Sabine Pegoraro und die beiden Anwälte Michael Baader und Caspar Zellweger mehr oder weniger regelmässig am Runden Tisch. Das Gesprächsthema ist immer das gleiche: die Suche nach einer Lösung am Hemmiker Wischberg, wo eine überfüllte Gemeinde-Deponie den weiter unten liegenden Hof Maiberg von Alfred Suter bedroht.

Wer nun denkt, zwischen der federführenden Bau- und Umweltschutzdirektorin, dem Rechtsvertreter der Gemeinde Hemmiken (Baader) und jenem des Bauern Alfred Suter (Zellweger) habe sich in der langen Zeit so etwas wie ein Vertrauensverhältnis gebildet, liegt völlig falsch: Am nächsten Gesprächstermin Ende April tagt die bisherige Dreier-Runde voraussichtlich in Sechser-Besetzung – jeder nimmt einen Zeugen mit, weil das gegenseitige Vertrauen nahe bei null liegt. Präziser: Zellweger traut dem freisinnigen Duo Pegoraro-Baader nicht mehr alleine über den Weg.

Aber die Situation ist nicht nur auf der Vertrauensebene, sondern auch auf der inhaltlichen vertrackt. Denn die Positionen sind festgefahren: Pegoraro und Baader setzen auf den sogenannten «pragmatischen Vorschlag», will heissen, Kanton und Hemmiken kommen für die Sanierung der Deponie und deren Entwässerung auf, Bauer Alfred Suter für den Rest, insbesondere die Behebung der Schäden an seinem Hof. Suter aber sieht sich in keiner Weise für die Misere verantwortlich und will auch nichts bezahlen dafür, weil die Gemeinde Hemmiken die Deponie betrieb und der Kanton die Aufsicht hatte.

Bis heute konnten die beiden Gemeinwesen den vom Kantonsgericht bereits 2007 geforderten Nachweis, dass bei der Auffüllung der Deponie alles rechtens zugegangen ist, nicht erbringen. Suter seinerseits stützt sich auf ein Gutachten von Viktor Zürcher vom Büro Zürcher & Partner Ingenieure AG aus dem bernischen Ranflüh. Zürcher stellte nun seine Untersuchungen und sein Sanierungskonzept letzte Woche der bz und der «Volksstimme» vor. Wobei vorauszuschicken ist, dass Zürcher nicht irgend ein Hobby-Sanierer ist, sondern eine Kapazität auf seinem Gebiet: Der Bauingenieur FH/SIA war Vertrauensingenieur bei der Neat und konzentriert sich seit eineinhalb Jahrzehnten auf die Erstellung von Expertisen für Gerichte und Versicherungen.

Eindeutiger Zusammenhang

Er sichtete vor etwas mehr als zwei Jahren sämtliche vorhandenen Dokumente und kam zum Schluss, dass die Risse und Absenkungen beim Hof Maiberg in einem eindeutigen Zusammenhang mit der 100 Meter weiter oben befindlichen Deponie stehen. Darauf arbeitete er ein Sanierungskonzept aus. Dazu Zürcher: «Das Hauptrisiko ist das Wasser am Hang. Das müssen wir als erstes wegbringen.» Als nachfolgende Schritte schlägt er die Sanierung der Deponie und dann der Hofgebäude vor.

Der Kanton und die Gemeinde Hemmiken haben bis jetzt Zürchers schon bald zwei Jahre altes Sanierungskonzept ignoriert und dessen Untersuchungen als Parteigutachten abgetan. Zürcher sagt: «Das Problem ist, dass in der Sache keine Diskussion stattfindet. Es braucht eine praktische, nicht eine politische Lösung.» Auch im Landrat macht sich Ungeduld breit: Hannes Schweizer (SP) will mittels Postulat erreichen, dass die Geschäftsprüfungskommission «den Fall Deponie Wischberg» untersucht. Sein Vorstoss ist auf die nächste Landratssitzung vom Donnerstag traktandiert.

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