Bei der Mobile Ärzte AG hofft man sicherlich, endlich nach vorne schauen zu können. Dies nachdem man jüngst fünf ehemaligen Angestellten, die schon vor mehreren Jahren – unterstützt von der Gewerkschaft Syna – geklagt hatten, jeweils Vergleichsummen im fünfstelligen Bereich gezahlt hatte. Doch das private Notfall-Unternehmen ist offenbar nach ersten Verbesserungen der Arbeitsbedingungen rückfällig geworden.

Wie die bz weiss, brachten offizielle Nachkontrollen der Arbeitszeiten durch das Baselbieter Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (Kiga), die zwischen September 2016 und Februar 2017 durchgeführt wurden, erneute Verstösse ans Licht. Rolf Wirz, Sprecher der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion, fasst das Resultat wie folgt zusammen: «Die Nachkontrolle bei den Mobilen Ärzten zeigte Verstösse gegen das Arbeitsgesetz. Diese wurden der Unternehmung mitgeteilt, verbunden mit der gesetzlichen Aufforderung, Massnahmen zu deren Vermeidung zu ergreifen.»

Noch im November 2015 hatte die erste Nachkontrolle des Kiga ergeben, dass die Mobilen Ärzte Anpassungen vorgenommen und das Arbeitsgesetz wieder eingehalten hatten. Auch Stefan Isenschmid von der Gewerkschaft Syna berichtet, dass «Anfang 2016 alles wieder in der Spur war». Die Diensteinteilungen hätten den Vorgaben entsprochen, Ruhe- und Maximalarbeitszeiten seien wieder eingehalten und Nachtzuschläge endlich gewährt worden. «Dass es danach wieder zu Problemen kam, erstaunt mich schon», sagt Isenschmid gestern Mittwoch.

Mobile Ärzte warten noch zu

Er kündigt an, dass sich die Syna die neuen Verstösse, die sich erneut um die maximalen Arbeitszeiten drehen, näher anschauen wird. Grundsätzlich sieht er aber den Kanton in der Verantwortung: «Wurden die Missstände nicht behoben, muss der Kanton Sanktionen verhängen.» Für Isenschmid würde sich dann sogar die Frage stellen, ob die Firma, deren Geschäftsidee er eigentlich unterstützt, grundsätzlich noch tragbar ist.

Gemäss Wirz hat die Mobile Ärzte AG «entsprechende Korrekturen in Aussicht gestellt». Bloss: Das weckt Erinnerungen an 2015. Daher kündigt das Kiga weitere Nachkontrollen an. Inwiefern die Firma seit Februar schon Dinge verbessert hat, bleibt zunächst offen. Die Geschäftsleitung der Mobilen Ärzte war für die bz mehrere Tage nicht erreichbar. Gestern Mittwoch Abend stellte sie nun über ihren Anwalt ein Gespräch in Aussicht.