Die beiden Todesfälle innert 14 Tagen im Muttenzer Strafjustizzentrum haben die Baselbieter Politik aufgeschreckt. So hat Grünen-Landrätin Marie-Theres Beeler von der Baselbieter Regierung Antworten gefordert, was hinter den beiden tragischen Vorfällen zu Beginn dieses Jahres stecken könnte. Insbesondere fragte Beeler in ihrer Interpellation Ende Februar im Landrat an, ob die beiden Todesfälle eine Folge der Haftbedingungen oder der Behandlung durch die Gefängniswärter sein könnten.

Doch dafür gäbe es derzeit keinerlei Hinweise, schreibt die Baselbieter Regierung in ihrer Interpellationsantwort, die am Mittwoch publiziert worden ist. Wegen der laufenden Untersuchung der Staatsanwaltschaft liessen sich derzeit noch keine weiteren Einzelheiten über die Todesumstände sagen. Die Abteilung Strafvollzug der Baselbieter Sicherheitsdirektion habe allerdings keinerlei Grund zur Annahme, dass die Haftbedingungen oder die Behandlung durch die Gefängniswärter eine Rolle gespielt haben könnten.

An Überdosis Morphin gestorben

Am 21. Januar war in Muttenz ein 27-jähriger Rumäne tot in seiner Zelle aufgefunden worden. Der Mann, der sich im vorzeitigen Strafvollzug befand, starb an einer Überdosis Morphin, wie bei der Obduktion festgestellt wurde. Nach der Quelle der Droge werde weiterhin ermittelt.

Am 4. Februar erhängte sich dann in einem anderen Trakt desselben Gefängnisses ein ebenfalls rumänischer Untersuchungshäftling. Die Baselbieter Behörden betonen indes, dass zwischen den beiden Todesfällen kein Zusammenhang bestehen könne.

Anderseits seien die Haftbedingungen nicht derart strikt gewesen, wie nach dem Suizid verschiedentlich kolportiert worden war. «Die Inhaftierten sind von wenigen, kurzzeitigen Ausnahmen (Abstandszelle) abgesehen nicht 23 Stunden lang in ihren Zellen eingeschlossen», schreibt die Regierung in ihrer Antwort. Dies gelte sowohl für die Untersuchungshaft wie auch für den Strafvollzug. «Ausser dem täglichen mindestens einstündigen Hofgang sind die Zellentüren abteilungsweise mehrere Stunden geöffnet, in welchen die Inhaftierten für Duschen, Zellenreinigung und für Kontakte untereinander Zeit haben.»

Im Gefängnis in Muttenz bestehe auch ein Sportangebot. Ebenso seien, «je nach Haftgrund», Besuche von Angehörigen oder anderen Bezugspersonen möglich. Die Verhältnisse im März 2015 eröffneten Justizgebäude entsprechen den aktuellen Normen. Die überschaubare Grösse der Baselbieter Gefängnisse führe zudem zu «überschaubaren Verhältnissen». So könne das Gefängnispersonal «in der Regel» Stimmungen und Befindlichkeiten von Gefangenen erkennen, ist die Regierung überzeugt.