Sollten Sie sich vorgenommen haben, dieses Wochenende im Wald zu joggen, überlegen Sie es sich noch einmal. Ein Lauf durch Ihr Quartier eignet sich genauso gut, um die lästigen Weihnachtspfunde loszuwerden.

Und vor allem ist das Rennen im Wohngebiet derzeit deutlich sicherer als im Wald. Die Krisenstäbe von Baselland und Basel-Stadt empfehlen, dieses Wochenende auf Spaziergänge im Wald und an Waldrändern zu verzichten. Dort lauern, drei Tage nachdem der Wintersturm Burglind über die Region gefegt ist, einige Gefahren. Ein Risiko geht vor allem von Bäumen, die umzustürzen, sowie von Ästen, die herunterzufallen drohen, aus.

«Wir raten den Menschen bis auf Weiteres davon ab, in den Wald zu gehen», erklärt gar Ueli Meier, Vorsteher des Amts für Wald beider Basel. Aufgrund der Ferien hätten die Aufräum- und Sicherungsarbeiten meist noch nicht begonnen. Er rechne damit, dass in der nächsten Woche in den einzelnen Forstrevieren die «grössten Gefahrenquellen» entfernt werden können. Es dauere jedoch sicher noch bis Ende Januar, bis die Forstreviere sämtliche Gefahren beseitigt haben werden.

Lose Äste könnten runterfallen

Auch wenn man derzeit davon abrate, den Wald aufzusuchen, werde man an den Waldrändern keine Hinweisschilder anbringen. «Das würde die Kapazitäten der Forstbetriebe übersteigen und kaum mehr Wirkung erzielen bei der Bevölkerung», sagt Kantonsforstingenieur Meier. Es sei denkbar, dass Waldeigentümer Gebiete, die besonders gefährlich sind, zusätzlich absperren. «Absperrungen von Strassen und Wegen müssen unbedingt beachtet werden, auch wenn eine unmittelbare Gefahr nicht direkt ersichtlich scheint», heisst es dazu von den Krisenstäben der beiden Basel.

Im Schwarzbubenland ist es, wie auch in beiden Basel, durch den Sturm in den Wäldern grösstenteils zu sogenannten Streuschäden gekommen. Dabei handelt es sich um vereinzelte Bäume und Äste, die umgefallen oder heruntergefallen sind. «Lose Äste, die noch in der Krone hängen, oder solche, die halb abgebrochen sind, könnten in den nächsten Tagen noch abbrechen», erklärt Martin Roth, Kreisförster des Forstkreises Dorneck-Thierstein. Er empfiehlt den Schwarzbuben darum, den Wald in den nächsten ein bis zwei Wochen zu meiden. So lange dauere es mindestens, bis die Waldarbeiter die Schäden gesichtet und behoben haben.

Kein Unterricht im Wald

Wer trotz der Warnhinweise in den Wald geht, macht dies auf eigenes Risiko. «Besonders gross ist dieses Risiko bei Regen oder Dunkelheit, weil alleine schon das Abbrechen von Ästen nicht mehr gesehen oder gehört wird», sagt Ueli Meier. Ganz eindringlich rate er Lehrerinnen und Lehrern davon ab, in den nächsten Wochen Unterricht im Wald abzuhalten.