Die Baselbieter Grünen wollen die beiden Halbkantone Basel-Stadt und Baselland fusionieren. Verschiedene Vertreter aller Parteien links der SVP unterstützen die Idee. Bei der Fasnacht sind aber selbst die Fusionsfanatiker konservative Föderalisten. Für den grünen Fusionsturbo Klaus Kirchmayr etwa ist sowohl die Fasnacht auf dem Land als auch in der Stadt «absolut unersetzlich».

Gestern am Chienbäse, heute beim «Gässle»

Gestern war er am Chienbäse in Liestal, heute am Basler Morgenstreich. Kirchmayr wird die nächsten drei Tage beim «Gässle» verbringen. «Ich werde es nur noch geniessen», sagt der Fraktionspräsident der Grünen. Früher mühte er sich noch als Vorträbler in einem Schissdräggzügli. SP-Präsident Martin Rüegg hat sich zwar in den vergangenen Jahren ein wenig rar gemacht an den hiesigen Fasnachtsumzügen. Er verbringt diese Tage seit Jahren mit seiner Familie in Bergün. Trotzdem stellt auch er klar: «Ich habe den Chienbäse und die Basler Fasnacht erlebt, beides ist eindrücklich. Auch bei einer Kantonsfusion kommt eine Fusion der Fasnacht nicht infrage.»

Selbst die SVP schaut über die Kantonsgrenzen

Doch was ist nun besser? Die beschaulichen Strassenumzüge auf dem Land oder die imposante Stadtfasnacht? Gegeneinander ausspielen geht nicht, finden die Politiker unisono. Die Baselbieter BDP-Präsidentin Marie-Therese Müller ist denn auch froh, dass die Fasnacht auf dem Land und in der Stadt nicht gleichzeitig stattfinden. Sie hilft erst beim Reinacher Kinderumzug mit, wo sie mit der Frauenzunft Fasnachtsküechli verteilt. Heute und am Mittwoch wird sie sich aber an der Basler Fasnacht umsehen. Beide Fasnachtsformen seien «verschieden und unersetzlich».

Und selbst für die SVP sind die Kantonsgrenzen während der Fasnacht nicht sakrosankt. SVP-Landrat Thomas Weber ist zwar begeisterter Anhänger des Sissacher Cortège, trifft sich an der heimischen Buusner Fasnacht mit Freunden und freut sich darüber, dass er die Schnitzelbänkler persönlich kennt. Hier schätzt er das Heimelige. Auch der Heimatverliebte räumt aber ein: «In der Stadt ist die Ambiance unübertroffen.» Weber wird es sich deswegen auch in diesem Jahr nicht nehmen lassen, in die Fasnachtswelt jenseits der Baselbieter Kantonsgrenzen zu tauchen.