Ein eher ruhiger Silvester, dafür ein umso strengerer Neujahrstag: So lässt sich eine Umfrage in den Notfallaufnahmen der drei Baselbieter Kantonsspitäler Bruderholz, Liestal und Laufen zusammenfassen.

Mit 31 Notfällen allein am 1.Januar verzeichnete Laufen für seine Grösse einen Spitzenwert. Am letzten Tag des vergangenen Jahres meldeten sich ab 14 Uhr neun Patienten beim Notfall. «Ein Sturz, die anderen waren alltägliche Notfälle», erklärt Alwin Listyo, Assistenzarzt Chirurgie im Kantonsspital Laufen, und meint weiter: Bei all diesen Ereignissen seien nicht signifikant mehr Alkoholfälle aufgetreten als üblich.

Notfallmässige Operationen habe es keine gegeben. «An Silvester mussten zwei Personen zur Überwachung im Spital bleiben», sagt Listyo. An diesem Tag suchten mehr Frauen als Männer die Notfallaufnahme im Kantonsspital Laufen auf, tags darauf war das Verhältnis ausgeglichen.

Knochenbrüche, übermässiger Alkoholkonsum und Schlägereien – deshalb mussten Personen die Notfallaufnahme des Kantonsspitals Bruderholz aufsuchen. «Am Neujahrstag hatte es an ein paar Orten Glatteis. Dies führte zu Stürzen. Deshalb hatten wir einige Knochenbrüche zu behandeln», berichtet Heiner Roost. Der Leitende Arzt der Chirurgischen Klinik im Kantonsspital Bruderholz spricht von mehreren Leuten mit «höheren Promillezahlen», die eingeliefert wurden. Diese Patienten würden danach auf der Intensivstation überwacht, weil die Gefahr von Herzrhythmusstörungen bestehe.

Vor der Beiz ausgerutscht

Es gab auch Schlägereien unter Alkoholeinfluss. Und ein alter Herr sei mit seiner alten Frau alkoholisiert aus einer Beiz gekommen, davor ausgerutscht und habe sich an der Wirbelsäule verletzt, berichtet Roost. Dieser spricht bezüglich Frequenz in der Notfallaufnahme im Bruderholzspital während des Jahresübergangs von «durchschnittlichen Zahlen».

Die Spitäler spürten, dass während der Festtage Hausarztpraxen geschlossen hätten, so Heiner Roost. Von «schweren Fällen und leichten Sachen» erzählt der Ärztliche Leiter des Notfalls im Kantonsspital Liestal, Nicolas Geigy. An Silvester sei es noch ruhig gewesen, dafür hätten die Notaufnahmen auf den folgenden Tag zugenommen. «Wir hatten es schon zwischen Weihnachten und Neujahr sehr streng», weiss Geigy.

Durchschnittlich behandelt die Notfallaufnahme in Liestal pro Nacht fünf Patienten, in der Silvesternacht waren es doppelt so viele. Ausgerenkte Schultern, Angstzustände oder Erbrechen waren die Ursachen. Ein alkoholisierter Junge erlitt nach einem Sturz eine Hirnerschütterung und musste zur Sicherheit 24 Stunden bleiben. Während des ganzen 1.Januars beanspruchten 60 Personen den Notfall des Spitals in Liestal.