Nach der Rücktrittsankündigung der langjährigen Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer per Ende Jahr sind in der Baselbieter SP nun einige wichtige personelle Fragen geklärt: Die Erstnachrückende auf der Nationalratsliste von 2015, Kathrin Schweizer, verzichtet darauf, ab 2019 auf dem Stuhl der 70-jährigen Leutenegger Platz zu nehmen. Dies gibt Schweizer auf Anfrage der bz bekannt.

Stattdessen möchte sich die 48-jährige Landrätin und Gemeinderätin von Muttenz auf eine allfällige Kandidatur für die Regierungswahlen 2019 konzentrieren. «Ja, ich möchte in die Baselbieter Regierung und stelle mich meiner Partei als Kandidatin zur Verfügung», sagt sie und bereitet damit den Spekulationen der vergangenen Tage ein Ende.

Mit ihrem Verzicht auf den Nationalratssitz ist eine weitere Personalie entschieden: Die zweite Nachrückende Samira Marti verrät ihrerseits, dass sie gerne für Leutenegger ins Bundesparlament nachrückt. Die 24-jährige Vizepräsidentin der Baselbieter SP wird 2019 die jüngste Politikerin unter der Bundeshauskuppel sein.

Schweizer geht ein Risiko ein

Kathrin Schweizer hat sich gemäss eigenen Angaben lange überlegt, ob sie das – sichere – Nationalratsmandat zugunsten ihrer Regierungsambitionen aufgeben will. Schliesslich geht sie damit ein Risiko ein. Im Gegensatz zum sicheren Sitz in Bundesbern muss sie nun noch zwei Hürden nehmen, um ihr Ziel zu erreichen: zunächst die parteiinterne Ausmarchung um die SP-Kandidatur überstehen und dann vom Baselbieter Volk 2019 auch gewählt werden. Beides ist alles andere als gewiss.

Zwar steht Schweizer parteiinern wohl in der Pole Position. Schweizer ist in der SP beliebt und eingemittet, ihr Leistungsausweis anerkannt. Doch die Konkurrenz ist stark. Immer wieder als SP-Regierungskandidaten genannt werden die Landräte Diego Stoll (Liestal) und Urs Kaufmann (Frenkendorf). Bei einer Wahl wäre Schweizer die erste linke Frau in der fünfköpfigen Baselbieter Exekutive.

Im Juni wählt die SP

Die Baselbieter SP wird bereits am 14. April entscheiden, mit welcher Strategie sie in die Regierungswahlen 2019 steigt. Die Geschäftsleitung beantragt der Delegiertenversammlung eine Einerkandidatur und zieht damit die Lehren aus dem Debakel bei den Wahlen 2015.

Damals scheiterte das Zweierticket Regula Nebiker/Daniel Münger kläglich und die Genossen flogen nach 90 Jahren aus der Kantonsexekutive. Noch vor den Sommerferien dann werden die Baselbieter Sozialdemokraten ihre Kandidatin oder ihren Kandidaten für die Regierungswahlen küren.

Kathrin Schweizer ist studierte Biologin und aktuell als Projektleiterin im Planungsamt des Kantons Basel-Stadt tätig. Seit 2015 politisiert sie im Muttenzer Gemeinderat, gar bereits seit 2007 im Landrat, wo sie im linken Lager zu den Wortführerinnen zählt.