Gestern Nachmittag mussten die Arbeiten für den Werkhofs des kantonalen Tiefbauamtes in Sissach ruhen. Ein Experte der Schweizerischen Unfallversicherung (Suva) ordnete die sofortige Stilllegung aller Tätigkeiten an.

Der Sprecher der kantonalen Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD), Nico Buschauer, erklärt, es gehe um ein Sicherheitsnetz. Das Problem ist offenbar wieder behoben, denn bereits am Donnerstagabend wurde an der Baustelle wieder gearbeitet. Der Suva-Experte habe gewisse Bedingungen punkto Sicherheit gestellt, sagt Buschauer. Diese seien offenbar erfüllt worden, weshalb die Suva die Weiterführung der Arbeiten wieder zugelassen habe.

Tiefbauamt hat Gesamtverantwortung

Gemäss dem Internetportal «Onlinereports» waren mangelnde Sicherheitsvorkehrungen unter dem sieben Meter hohen Dach das Problem. Es habe dort weder ein Fangnetz noch ein Gerüst gegeben. Es habe lediglich eine Gurtsicherung gegeben, die aber laut einem Sicherheitsexperten höchstens für einen Tag erlaubt sei. Buschauer will diese Aussagen nicht bestätigen, aber ausdrücklich auch nicht widerlegen.

Denn derzeit klärt das Tiefbauamt ab, was genau geschehen ist. Die Gesamtverantwortung liege beim Tiefbauamt als Auftraggeber, sagt der BUD-Sprecher. Man wolle niemandem den Schwarzen Peter zuschieben, aber «es geht jetzt darum herauszufinden, ob sich die von uns beauftragten Firmen an die Regelungen gehalten haben, auf die sie sich vertraglich verpflichtet haben».

Heikle Vergabe nach Österreich

Sie müssten sich an geltendes Recht halten. Deshalb führe man Gespräche mit allen Beteiligten: Der Firma Rapp als Projektleiterin, weiteren beteiligten Unternehmen und der Suva. «Wir wollen verhindern, dass an dieser Baustelle etwas Schlimmes passiert.» Allfällige Bussen würde die Suva erlassen. 

Die «Volksstimme» berichtete gestern von mehreren anonymen Quellen, die die Verantwortung für die Sicherheitsmängel bei der österreichischen Holzbaufirma sehen. Bestätigt sich dieser Verdacht, wäre das brisant. Denn bei der Vergabe der Holzbauarbeiten hatte es Bestrebungen gegeben, lokale Unternehmen zu bevorzugen. 2016 hatte der Landrat eine entsprechende Motion der SVP angenommen.