Alle Spekulationen über einen vorzeitigen Rücktritt von Maya Graf (55) aus dem Nationalrat sind Makulatur. Die beliebte Sissacher Grünen-Politikerin bleibt bis Ende der laufenden Amtszeit in Bern aktiv und wird auch im Herbst 2019 ihre Wiederwahl anstreben. In den vergangenen Wochen war immer wieder darüber spekuliert worden, dass die alt Nationalratspräsidentin von 2012/13 ihren Sitz vorzeitig räumen könnte, um ihrer Freundin und Erstnachrückenden, der Oltinger Landrätin Florence Brenzikofer, den Weg in die nationale Politik zu ebnen.

Nun aber sorgt die Umweltpartei für Klarheit: «Die Grünen Baselland teilen mit, dass Maya Graf die Amtsperiode als Nationalrätin zu Ende führt und 2019 wieder für den Nationalrat kandidieren wird. Damit werden die bestmöglichen Bedingungen für eine allfällige Ständeratskandidatur geschaffen», schreiben sie in einer Medienmitteilung vom Montagnachmittag.

2015 schaffte Graf das beste Ergebnis

Im Klartext bedeutet dies, dass Graf dank ihrer grossen Popularität nochmals dafür sorgen soll, dass die Grünen 2019 ihren Nationalratssitz verteidigen können, sie aber parallel dazu ihre Wahl in den Ständerat anstreben wird. Graf bestätigt diese Doppelstrategie: «Ich bin bereit für eine Nomination durch meine Partei, sofern es 2019 im Ständerat überhaupt eine Vakanz gibt.» Falls der jetzige Amtsträger Claude Janiak im kommenden Jahr nicht mehr antreten sollte, was allgemein erwartet wird, werde sie sich «selbstverständlich in diesem Fall auf die Ständeratskandidatur konzentrieren».

2015 war FDP-Kandidat Christoph Buser als Neuling mit genau dieser Taktik doppelt durchgefallen. Doch davon lassen sich die Grünen nicht beirren und verweisen auf Grafs Spitzenergebnisse an früheren Wahlen: Vor vier Jahren holte die Sissacher Biobäuerin und Sozialarbeiterin mit 36'043 Stimmen fast 1700 Stimmen mehr als der zweitbeste Wahlkämpfer, SVP-Nationalrat Thomas de Courten.

Eine super Kandidatin

«Der grosse Unterschied zu Busers Kandidatur ist, dass ich 2019 als Bisherige antreten kann», sagt sie. Zwar sei sich Graf bewusst, dass eine Doppelkandidatur mancherorts nicht gerne gesehen werde. «Aber wir Grünen müssen jedes Mal um unseren Nationalratssitz kämpfen, wozu es meine Stimmen braucht», fügt sie an, «und schliesslich hat es Claude Janiak auch so gemacht.»

Die Partei gibt sich jedenfalls überzeugt davon, dass dieses Vorgehen «eine gute Ausgangslage für ein erfolgreiches Abschneiden» im 2019 schaffe. Kantonalpräsident Bàlint Csontos kann die Strategie der Grünen auf einen simplen Nenner bringen: «Maya ist einfach eine super Kandidatin.»

Über die restlichen Plätze auf der Nationalratsliste der Baselbieter Grünen wird laut Parteipräsident Csontos erst 2019 entschieden.