Viel war in den vergangenen Monaten über das Gartenbad Reinach geschrieben, geplaudert und teilweise auch gemeckert worden. Der Rasen braun statt grün, die Gehwege unbegehbar und überhaupt sah vieles noch nicht wirklich fertig aus. Als das Gartenbad am 16. Juni seine Tore öffnete, waren vereinzelt wirklich noch Baumaschinen zu hören und muskulöse, braun gebrannte Bauarbeiter konnten bei der Arbeit beobachtet werden. Viele Besucherinnen und Besucher nahmen es mit Humor, andere ereiferten sich an dem unfertigen Zustand. Das Sommerthema für Reinach war somit gesetzt.

Nun fand am Samstag das offizielle Eröffnungsfest statt – und siehe da: Die Verantwortlichen hatten alles gegeben, um das Gartenbad Reinach in möglichst grossem Glanz erstrahlen zu lassen – an eine Baustelle erinnerte jedenfalls nichts mehr. Zwar sind immer noch einzelne Rasenflächen braun – was bei längerer Betrachtung übrigens durchaus seinen Reiz hat – und die Gehwege werden erst auf die nächste Saison ersetzt sowie andere kleinere Mängel behoben. Doch alles in allem ist es bereits jetzt eine schöne, von vielen alten Bäumen gesäumte Badeanstalt, die zum Verweilen einlädt.

Humor und Gelassenheit

Da es nicht ganz so heiss war wie noch am Anfang der vergangenen Woche, blieb der ganz grosse Ansturm zu Beginn der Feierlichkeiten um 11 Uhr aus. Trotzdem waren Vertreterinnen und Vertreter des Gemeinderates, des Einwohnerrates und viele andere Interessierte gekommen, um der Eröffnungsansprache von Gemeindepräsident Melchior Buchs (FDP) und den Ausführungen von Architekt Meinrad Morger zu lauschen: «Ich bin mir bewusst, dass die Badegäste diesen Sommer mit einem Freibad leben mussten, dass noch nicht ganz fertig ist und gewisse Mängel aufweist. Umso mehr hat es mit gefreut, mit welcher Gelassenheit und Humor die Gäste darauf reagiert haben», sagte Gemeindepräsident Buchs. Trotz der widrigen Umstände sei das Gartenbad mehrheitlich gut aufgenommen worden. Auch Besucher, welche gewisse Mängel kritisiert hätten, betonten zugleich immer, dass ihnen das Bad gefalle. Die Besucherzahlen seit der Eröffnung Mitte Juni geben Melchior Buchs jedenfalls recht: «Wir haben dieselben Besucherfrequenzen erreicht wie innerhalb der selben Zeitperiode im Jahr 2016.»

Schwierigkeiten mit der ersten Bauleitungsfirma hatten dazu geführt, dass die Bauarbeiten im vergangenen Jahr mehr und mehr in Verzug gerieten: «Man muss leider sagen, dass die erste Bauleitung der Komplexität einer Gartenbadsanierung nicht gewachsen war. Erst als wir die Bauleitung gewechselt hatten, ging es vorwärts.» Zu diesem Zeitpunkt sei der Rückstand aber bereits zu gross gewesen, um ihn ganz aufzuholen. Trotzdem: «Wir hatten der Bevölkerung versprochen, dass wir 2018 öffnen. Es war mir wichtig, das einzuhalten.»

Führungen mit dem Badileiter

In den frühen Nachmittagsstunden suchten immer mehr Badehungrige das Gartenbad auf. Mitglieder des Gemeinderates gingen mit gutem Beispiel voran und genehmigten sich ebenfalls eine Erfrischung im kühlen Nass.

Musikalische Unterhaltung sorgte für eine ausgelassene und friedliche Stimmung. Begehrt waren ausserdem die technischen Führungen mit dem Leiter des Gartenbades, Aldo Battilana. Er führte den Interessierten vor Augen, dass ein Gartenbad heutzutage nicht einfach ein Loch mit Wasser drin, sondern eine technisch höchst anspruchsvolle Angelegenheit ist.