Seit fast drei Jahren wartet die Öffentlichkeit auf die Aufklärung des Unglücks an den vergangenen Dittinger Flugtagen. Noch immer hat die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) den Schlussbericht über den tödlichen Unfall nicht veröffentlicht. Schaut man sich die Homepage der Behörde an, findet man dort nur einen knappen Vorbericht zur Kollision zweier Flugzeuge. Darin gibt es bloss eine sechszeilige Kurzbeschreibung des Unfalls.

An der bislang letzten Ausgabe der Dittinger Flugtage im August 2015 kollidierten bei einer Performance der deutschen Leichtflugzeugformation Grasshoppers in der Luft zwei Flugzeuge miteinander. Beim Absturz eines der beiden Flieger in einen Geräteschuppen mitten im Dorf kam der Pilot ums Leben. Momentan laufen die Vorbereitungen für die nächsten Flugtage auf Hochtouren. Am Wochenende des 25. und 26. August findet der Megaevent wieder statt – erstmals nach dem tödlichen Crash.

Am Flugmeeting von Dittingen kam es zu einem schweren Unglück

Am Flugmeeting von Dittingen kam es zu einem schweren Unglück

Zwei Leichtflugzeuge kollidierten, ein Pilot starb, ein zweiter konnte sich retten.

Die Organisatorin, die Segelfluggruppe Dittingen, hatte nach dem Unglück entschieden, ein Jahr länger als sonst zu pausieren. Nun steht die nächste Ausgabe an, die rund 20 000 Aviatik-Fans in die kleine Laufentaler Gemeinde locken wird. Auch wenn die Segelfluggruppe den Neustart wagt, kann sie mit der Katastrophe von vor drei Jahren nicht abschliessen.

Kritik von der Segelfluggruppe

Schon vor eineinhalb Jahren wollte die bz von der Sust erfahren, weshalb der Schlussbericht noch nicht vorliegt. Damals stellte die Behörde das Dokument frühestens für letzten August in Aussicht. Eine erneute Anfrage blieb unbeantwortet, da der Untersuchungsleiter momentan in den Ferien weilt. Eine Mitarbeiterin der Sust erklärte am Telefon, man solle Anfragen zwei bis drei Monate im Voraus schicken. Für den Bereich Aviatik der Sust arbeiten neben dem Leiter vier Untersuchungsleiter sowie rund 80 externe Untersuchungsbeauftragte und Fachexperten.

Bis auf weiteres bleiben die Gründe, weshalb der Bericht noch nicht publiziert wurde, im Dunkeln. Allgemein fällt auf, dass die Sust meist mehr als ein Jahr benötigt, um einen Schlussbericht zu erstellen. Dass die Behörde aber derart lange braucht, ist eher ungewöhnlich. «Ich bedauere, dass es nicht schneller geht», sagt Urs Winkelmann, Medienverantwortlicher der Dittinger Flugtage. In anderen Ländern, etwa in Deutschland, würden Berichte über Flugzeugunglücke früher veröffentlicht.

Er gehe jedoch nicht davon aus, dass im Bericht etwas stehe, das Einfluss auf die Organisation der Flugtage hätte, so Winkelmann. «Ich denke nicht, dass die Behörde so unverantwortlich wäre und uns nicht vorab auf mögliche Verbesserungen hinweisen würde.» Er wünsche sich, dass der Schlussbericht noch vor dem Start der nächsten Flugtage rauskomme. «Dann wäre endlich klar, wie der Unfall genau abgelaufen ist.» Die Segelfluggruppe Dittingen sei zuletzt vor zwei Jahren mit der Sust in Kontakt gestanden, erklärt Thomas Anklin, Programmverantwortlicher der Flugtage. Seither warte man auf den Bericht.
Trotz Unkenntnis des Schlussberichtes wurden in Dittingen Konsequenzen gezogen. Die Segelfluggruppe hat die Vorführachsen geändert. In diesem Jahr wird an den Flugtagen keine Flugakrobatik über dem Dorf durchgeführt.