Die Kehrichtbeseitigung Laufental-Schwarzbubenland AG (Kelsag) hat drei Aufträge für den Abfalltransport neu ausgeschrieben. Und anders als bei der letzten Ausschreibung ist WIR-Geld keine Bedingung mehr für den Zuschlag. Kam es zum grossen Umdenken bei der Kelsag, nachdem die letzte Ausschreibung öffentlich kritisiert worden war?

Denn der Aufschrei war gross bei der letzten Submission der Kelsag. Kritiker, allen voran der ehemalige Laufner Kehricht-Transporteur der Kelsag Urs Bieli, witterten einen Skandal. Damals hiess es in den Ausschreibungsunterlagen: «Ein Anteil der Entschädigung soll in WIR-Franken geleistet werden. Der WIR-Anteil der Nettoangebotssumme ist in Prozent anzugeben.»

Der Vorwurf, der aus dieser Klausel entstand: Germann Wiggli, VR-Präsident der Kelsag und Chef der WIR-Bank, habe sein Doppelmandat im Interesse der WIR-Bank ausgenutzt. Neben Bieli äusserten sich auch Gemeindevertreter und kantonale Politiker kritisch zum WIR-Vergabekriterium.

Genugtuung für Transporteur

Einer der Kritiker war Christian Schlatter, Gemeindepräsident von Dornach. Er hatte sich dahingehend geäussert, dass eine WIR-Zahlung unzulässig sei. Darum begrüsst er den Schritt der Kelsag. «Es ist grundsätzlich besser, dass es keine Einschränkung in der Ausschreibung gibt», sagt Schlatter. Urs Bieli hat in der Zwischenzeit seinen Transportbetrieb an eine Firma in Schaffhausen verkauft.

Trotzdem spricht er von einer grossen Genugtuung, dass die Submission nun kein WIR-Kriterium mehr beinhaltet. «Da hat man wahrscheinlich etwas gelernt», sagt Bieli. Es sei ja nicht verboten, schlauer zu werden. Die Kelsag lässt ihn also doch noch nicht los, auch wenn er mittlerweile im Ruhestand ist. Dies auch, weil Germann Wiggli gegen Bieli wegen Aussagen in diversen Medien juristisch vorgegangen ist. Wiggli reichte wegen Ehrverletzungsdelikten im November 2016 eine Strafanzeige ein. Dieses Verfahren laufe noch, informiert Bieli.

Die neuen Ausschreibungen der Kelsag, die seit dieser Woche laufen, betreffen die Sammlung von Grüngut, die Metall- und Glassammlung sowie die Papier-und Kartonsammlung. Ab 1. Januar 2018 bis Ende 2023 sollen die neuen Verträge gelten. Eventuell auch mit neuen Partnern, kann sich doch jedes Transportunternehmen auf die Ausschreibung melden.

Wie aus den Submissionsunterlagen hervorgeht, fallen im Kelsag-Gebiet rund 6000 Tonnen Grüngutabfälle pro Jahr an, die abtransportiert werden müssen. Bei der Metall- und Glassammlung sind es jährlich rund 1800 Tonnen. Bei der Papier- und Kartonsammlung sind 2000 Tonnen im Jahr abzutransportieren.

Die Kelsag selber hält sich bedeckt. Kelsag-Geschäftsführer Giuseppe Guanci sagt zu den Gründen, warum das WIR-Kriterium in den neusten Submissionen nicht mehr drin ist: «Die Kriterien wurden generell etwas modifiziert gegenüber der letzten Ausschreibung.»