Der Regierungsrat ist überzeugt, dass durch die Einsparung von Energie, die Verbesserung der Energieeffizienz und die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch eine sichere, preiswerte und umweltgerechte Energieversorgung erreicht werden kann. Das entspricht seinen strategischen Zielen, die er zu Beginn des Jahres 2012 festgelegt hat.

Das neu in Betrieb genommene Solarkraftwerk produziert mit seinen über 1000 Modulen 300'000 kWh Strom pro Jahr. Dies entspricht einem Drittel des gesamten Strombedarfs der Kläranlage. Zusammen mit dem Strom aus dem Blockheizkraftwerk (siehe unten) ergibt sich ein mittlerer Eigendeckungsgrad von über 90%. Die Investitionskosten liegen bei rund 1 Millionen Franken.

Energiesteigerung dank Kostenrückgang

Weil die Solarmodule immer günstiger geworden sind, ergibt sich nun eine Leistungssteigerung von 50%. Darüber zeigt sich die Regierungspräsidentin Pegoraro erfreut: «Und das Ganze ist erst noch günstiger geworden» kommentiert sie das erfolgreiche Projekt.

Denn Kläranlagen sind Energierfresser. Sie brauchen viel elektrische Energie und sind mit 14 Prozent für einen wesentlichen Anteil des Stromverbrauchs aller kommunalen Einrichtungen verantwortlich.

Die Verpflichtung zur optimalen Betriebsweise

Laut Bau- und Umweltschutzdirektion ist es dem Amt für industrielle Betriebe (AIB) bereits gelungen, den hohen Stromverbrauch zu reduzieren. Zusätzlich soll aber auch möglichst viel des Gesamtstrombedarfs aus eigenen, erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden. Nebst der Verstromung des Klärgases mit Blockheizkraftwerken, ein Prozess der zu den Kernaufgaben der Abwasserreinigung gehört, hat sich das AIB und letztlich auch Regierung und Landrat entschieden, zusätzlich Solarstrom auf den Kläranlagen zu produzieren. Damit erhofft sich das AIB den Anteil an erneuerbaren Energiequellen für die Abwasserreinigung und damit den Selbstversorgungsgrad zu erhöhen.

Es soll nichts verschwendet werden

Der ökologisch wertvolle Strom aus erneuerbaren Energiequellen soll nur für effiziente Prozesse eingesetzt und nicht verschwendet werden. Der Landrat bewilligte am 9. Februar 2012 rund 3 Millionen Franken für den Bau von 4 Solarkraftwerken auf den grösseren Kläranlagen des AIB. Eine weitere Solaranlage wird in den Neubau der ARA Frenke in Bubendorf integriert. Es werden auch vermehrt Klärschlämme von kleineren Anlagen, welche viel Energie in Form von Biomasse enthalten, auf den grösseren Kläranlagen mitvergärt. Dies führt zu einer Erhöhung der Klärgasproduktion und damit zu einer Steigerung der Stromproduktion in den Blockheizkraftwerken.