Wer das jüngste Getöse rund um die Uni-Finanzierung noch im Ohr hat, kam am Donnerstag im Landrat kaum zum Staunen heraus. In den Gängen gab es lobende Worte für Christoph Eymanns Parlamentarische Initiative vom Vortag, Baselland zum fixen Sitz im Hochschulrat zu verhelfen. Im Saal wurden fast schon kuschelkursmässig von allen Seiten klare Bekenntnisse zur Basler Universität abgegeben. Besonders gut kam die neue Uni-Rektorin Andrea Schenker-Wicki weg. Deren stets offenes Ohr für die Finanznöte des Baselbiets stiess auf allgemeine Hochachtung.

Einen solchen «konstruktiven Austausch» zwischen der Interparlamentarischen Uni-Geschäftsprüfungskommission, um deren Jahresbericht es ging, und der Uni-Spitze habe es «nicht immer» gegeben, behauptete SVP-Sprecher Georges Thüring (Grellingen). Thüring betonte aber auch, dass es seiner Partei mit dem regierungsrätlichen Sparziel von jährlich 25 Millionen beim Uni-Kantonsbeitrag nach wie vor ernst sei.

Den Konsens, der am Donnerstag im Landrat beim Reizthema Uni-Finanzierung herrschte, dürfte CVP/BDP-Sprecherin Sabrina Corvini-Mohn (Pfeffingen) am besten zusammengefasst haben: «Die Uni wird immer teurer. Da muss es erlaubt sein, diesen Brocken genauer unter die Lupe zu nehmen.» Auch FDP-Sprecher Sven Inäbnit (Binningen) sprach vom Klärungsbedarf, der bei einigen Finanzierungspunkten herrsche, warf dem jedoch eine Wertschöpfung von 743 Millionen Franken entgegen, welche die Konjunkturforschungsstelle BAK Basel in einer Studie der Uni zugeschrieben hat.

Davon liess sich Oskar Kämpfer (Therwil) jedoch nicht beeindrucken: Hoffentlich bringe die Uni mehr ein, als dass sie koste, offenbarte der SVP-Kantonalpräsident seine etwas unromantische Ansicht vom Gegenwert der Basler Hochschulbildung. Ausserdem gebe es strukturelle Probleme, die nie angesprochen würden. Dass die Uni-Rektorin von der eigenen Regenz gewählt werde und deshalb in deren Korsett gefangen sei, sei ein solches strukturelles Problem.

Gegeneinander ausgespielt

Zur überwiegend positiven Kenntnisnahme der Leistungs- und Jahresberichte von Universität und Fachhochschule Nordwestschweiz gab Bildungspolitiker Jürg Wiedemann (G-U, Birsfelden) einen interessanten Punkt zu bedenken. Das «Unschöne» an der steten Verteuerung von Uni und FHNW sei, dass dies die Mittel der Bildungsdirektion (BKSD) für die eigenen Schulen beschneide. So würden die unterschiedlichen Bildungsstufen gegeneinander ausgespielt. Wenn also Uni und FHNW künftig immer teurer werden, sollten der BKSD dafür auch zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt werden. (bos)