Total verwurmt, tränende Augen, ballonartig geblähte Bäuche: Als die fünf jungen Katzen im Prattler Tierheim zum Schnüffel ankommen, sind sie in einem erbärmlichen Zustand. «Ich habe gedacht, das schaffen die nicht mehr», sagt Tierheimbesitzerin Rösli Schlub. Die Tiere waren schätzungsweise erst drei bis vier Wochen alt und völlig verwahrlost.

In diesem Zustand hatte sie kurz davor eine Tierfreundin gefunden – und zwar in einem Schrebergarten an der Grenzacherstrasse zwischen Basel und Riehen. Gaby Paier aus Basel hatte eine Katze schreien gehört und diese schliesslich gefunden. Noch während die alarmierte Tierambulanz Richtung Prattler Tierheim unterwegs war, hat Paier vier weitere unterernährte, schreiende Katzen – vermutlich die Geschwister – gefunden. Auch sie wurden schnurstracks ins Tierheim gefahren.

Tiere wurden ausgesetzt

Zuerst wurden die «Büsi» untersucht, versorgt und unter die Wärmelampe gebettet. «Wir geben die Hoffnung nie auf», betont Schlub. Darauf haben die Tierheim-Mitarbeiter die Katzen in Ruhe gelassen, damit sie sich erholen konnten. «Was mit den jungen Kätzchen genau passiert ist, wissen wir nicht», räumt Schlub ein.

Da man jedoch im Schrebergarten-Areal keine Katzenmutter, weder tot noch lebendig, gefunden hat, liegt eine Vermutung auf der Hand: «Die Tiere sind ausgesetzt worden», so Schlub. Die Tierfreundin versteht nicht, wie Menschen so etwas tun können. «Es bricht einem doch das Herz, wenn man diese kleinen, leidenden ‹Dingerli› sieht.»

Drei Kätzchen bereits platziert

Doch in einem Tierheim liegen Drama, Tragödie und Happy End nahe beisammen. Trotz übler Aussichten haben alle fünf Katzen überlebt. Drei der fünf konnten bereits bei einem neuen Besitzer platziert werden. Das grösste Wunder ist laut Schlub, dass die Katzen sehr anhänglich seien: «Bei ausgesetzten Tieren ist das ungewöhnlich.»

Das Tierheim zum Schnüffel wird immer wieder zum Auffangbecken für ausgesetzte Tiere. Im vergangenen Herbst zum Beispiel haben Unbekannte drei Kartons mit sechs Katzen über Nacht vor dem Heim deponiert (die bz berichtete). Und kurz darauf wurde an einem Waldrand neben einem leeren Futterschälchen ein Kätzchen gefunden, das verwurmt und völlig apathisch war.