Die neu angebrachten Schranken sind noch in schwarze Plastikfolie eingepackt. Nach wie vor kündigt eine Klingel die herankommende Waldenburgerbahn an. Am Mittwoch wurde der sanierte Bahnübergang an der Kreuzung von Steinenweg und Hauptstrasse in Hölstein offiziell in Betrieb genommen. Daniel Schoop vom Baselbieter Tiefbauamt, David Niederhauser, der bei der Baselland Transport AG (BLT) für die Technik der Waldenburgerbahn (WB) zuständig zeichnet sowie die Hölsteiner Gemeinderätin Simone Wisler rissen kurz vor Mittag die schwarze Folie weg und schlossen damit das Massnahmenpaket «Sanierung Bahnübergänge» feierlich ab.

In der Gemeinde Hölstein gab es am meisten Bahnübergänge, die sanierungsbedürftig waren. «Sechs Übergänge wurden gesichert oder geschlossen», sagte Schoop vor einem grossen Publikum. Besonders gefährlich war laut Niederhauser der Übergang Steinenweg. Lediglich ein Blinksignal und eine Klingel machten auf die sich nähernde Waldenburgerbahn aufmerksam. Mit ein wenig Wehmut denkt man an das traditionelle Geklingel zurück, das ab jetzt nicht mehr zu hören sein wird: «Es erinnerte mich immer an den Europapark», fügte Schoop schmunzelnd an. Stattdessen senken sich nun neue weiss-rot gestreifte Schranken, sobald die Bahn näher kommt.

20 Millionen für Sanierungen

Mit der Inbetriebnahme des Bahnübergangs Steinenweg in Hölstein geht ein halbes Jahrzehnt der Sanierungen zu Ende, schreibt das Tiefbauamt in einer Mitteilung. Nachdem sich 2004 zwei tödliche Unfälle bei ungesicherten Bahnübergängen ereignet hatten, sprach der Landrat zwei Jahre später einen Kredit von 20 Millionen Franken für die Sicherung der Übergänge. Zur selben Zeit wurde die nationale Eisenbahnverordnung verschärft. Alle Projekte zu Bahnübergangssanierungen mussten bis Ende 2014 eingereicht werden. Baselland reagierte und galt durch die umgehende Planung der Massnahmen als Vorbildkanton.

Der erste Bahnübergang wurde 2010 abgesichert. Es handelte sich um jenen bei der Station Lampenberg-Ramlinsburg. In den vergangenen sechs Jahren wurden insgesamt 35 der 250 Bahnübergänge im Baselbiet saniert: 25 wurden zusätzlich abgesichert, zehn Übergänge wurden ganz aufgehoben. Die gefährlichen Stellen befanden sich einerseits im Waldenburgertal auf der Bahnstrecke der WB, andererseits auch im Leimental und in Birseck auf den Strecken der BLT-Tramlinien 10, 11 und 17.

«Pro Bahnübergang dauerte es zwischen Projektierungsbeginn und Realisierung jeweils drei bis fünf Jahre», sagt Schoop vom Tiefbauamt. Vor den eigentlichen Baumassnahmen mussten Faktoren wie Gewässer- oder Naturschutz abgeklärt werden. Das Strassenbauunternehmen Tozzo führte die Verbreiterung des Übergangs Steinenweg und die Arbeiten an der Strasse schliesslich innerhalb eines Monates und mit fünf Nachteinsätzen durch.

Mitarbeiter bekommt altes Signal

Nicht alle Übergänge kamen jedoch in den Genuss einer Sanierung. Grund für die zehn Aufhebungen ist jeweils die Sicherheit: «Jede Anlage weniger bedeutet für uns weniger Probleme», sagt Niederhauser von der WB.

Nachdem die neuen Schranken zum ersten Mal ihren Dienst erfüllt hatten, wurde die alte Signalanlage von 1968 ausgeschaltet. Gleich nach dem Umdrehen des Schalters fingen die Arbeiter an, die Anlage zu demontieren. Mehrere Leute hätten sich bereits erkundigt, was mit dem Signal geschehe. Sie habe doch Nostalgiewert. Tatsächlich sei sie einem Mitarbeiter der WB versprochen, sagte Niederhauser.