Keine 200 Meter liegen zwischen der Ita-Wegman- und der Lukas-Klinik in Arlesheim. Und seit über 50 Jahren kochen beide Häuser ihr eigenes anthroposophisches Süppchen. Nach all diesen Jahren wollen sie nun fusionieren. Endlich, möchte man sagen. Denn das Angebot der anthroposophischen Medizin überschnitt sich in manchen Punkten. Aus einer Konkurrenz-Situation wird nun ein Zusammengehen. Wie die gestrige Medienkonferenz zeigte, wird die Fusion jedoch nicht ohne Einbussen über die Bühne gehen.

Bettenzahl erhöht sich

«Im schlechtmöglichsten Fall kann der Personalabbau bis zu 50 Mitarbeitende betreffen», verkündete der Lukas-Klinik-Chefarzt Bernd Himstedt-Kämpfer. Die Entlassungen werden fast ausschliesslich die Lukas-Klinik betreffen und vor dem Zusammenschluss vollzogen.

Dies ist insofern brisant, als dass die letzte Massenentlassung nicht einmal ein Jahr zurückliegt. Im Februar 2013 wurden 25 Mitarbeiter entlassen. Mit den jetzigen Kündigungen macht dies fast die Hälfte der Gesamtbeschäftigten an der Lukas-Klinik aus. Himstedt beschwichtigt: «Die Zahl der Betroffenen wird voraussichtlich niedriger als 50 sein.»

Die Vereinigung kommt einer Rettung gleich. Die Verwaltungsratspräsidentin der Ita-Wegman-Klinik, Annemarie Gass, deutet an, die Lukas-Klinik sei in dieser Form nicht mehr «überlebensfähig» gewesen. Der Mediensprecher der Lukas-Klinik, Christoph von Dach, argumentiert ähnlich. Man hätte eine Schliessung des stationären Bereichs diskutiert. Das wäre einer faktischen Schliessung gleichgekommen.

Mit der Vereinigung ist die Lukas-Klinik nun gerettet. Sie war bisher im Besitz des Vereins für Krebsforschung. Und fortan gehört sie der neuen Klinik Arlesheim AG, die früher Ita-Wegman-Klinik AG hiess.

Ab April 2014 wird die Lukas-Klinik nur noch ambulante Krebstherapien anbieten und am Wegman-Standort werden alle stationären Bereiche vereint. 15 Betten werden also von der Lukas-Klinik ins Wegman-Gebäude verlegt. Dadurch erhöht sich die Bettenzahl auf 78. Man spart sich die doppelte Infrastruktur und kann damit Kosten senken.

Fallkostenpauschale ist schuld

Die finanzielle Situation war in der Lukas-Klinik das grösste Problem. In den letzten Jahren schrieb die Klinik hohe Defizite. Auch dieses Jahr wird ein Defizit von 4,5 Millionen Franken erwartet. Dennoch geht der Betrieb schuldenfrei in die Klinik Arlesheim AG über. Verantwortlich für die schlechte Finanzlage sei die Fallkostenpauschale, so die Lukas-Klinik. Andere sehen jedoch noch weitere Probleme. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Lukas-Klinik äussert gegenüber der bz Kritik am Führungsstil der Leitung. Die Rede ist von Missmanagement und grosszügigen Salären.

Mit der Fusion werden sich diese Verhältnisse zwangsläufig verändern. Künftige Defizite der Onkologie-Abteilung müssen von der neuen Klinik Arlesheim AG getragen werden.