Der Saal im Haus Lukas war am Donnerstagabend bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Verantwortlichen der Klinik Arlesheim informierten die Bevölkerung über ihre Zukunftspläne. Gerüchte über eine mögliche Ausdehnung der Klinik sorgten vor allem bei den Anwohnern in den vergangenen Wochen für mulmige Gefühle. Doch diese scheinen unbegründet.

Von 82 auf 100 Betten

Die Klinik Arlesheim plant mit einem Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Franken. Hauptbestandteil davon ist ein Neubau beim Haus Wegman am Kirschweg. «Die Klinik stösst an ihre baulichen, funktionalen und betrieblichen Grenzen», erklärte Geschäftsführer Andreas Jäschke. Das Haus Wegman, das nach der Fusion der Lukas Klinik mit der Ita Wegman Klinik vor allem als Bettenhaus dient, stammt noch aus den 1950er Jahren und entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen. «Es ist zu eng, zu laut und es fehlen Nasszellen in den Zimmern. Das geht so nicht mehr.» Gemäss Jäschke häufen sich die Beanstandungen durch Patienten. Für die Verantwortlichen ist klar: «Es braucht eine qualitative Verbesserung.» Mit der heutigen Infrastruktur sei die Klinik Arlesheim nicht zukunftsfähig.

Das Wort «qualitativ» wurde am Donnerstagabend häufig gebraucht. Damit wollte Andreas Jäschke jene beruhigen, die sich vor einer «quantitativen Verbesserung», das heisst einer räumlichen Ausdehnung, fürchten. «Wir vergrössern uns gar nicht gewaltig», versuchte er zu beruhigen. Heute sind beim Bund 82 Betten angemeldet. Künftig sollen es 100 sein. Die Mitarbeiterzahl wächst von heute 450 auf rund 500, die Fallzahl von 1540 im vergangenen Jahr auf 2000 in der Zukunft. «Man muss aber auch bedenken, dass die Aufenthalte in den Spitälern immer kürzer werden und damit auch die Fallzahlen steigen», sagt Jäschke.

Viergeschossiger Neubau

Bereits heute besteht für das Areal ein Quartierplan. Dieser soll erneuert werden, damit das Bauvorhaben realisiert werden kann. Der Quartierplan sieht vor, dass der bei Patienten und Anwohnern beliebte Park zum Stollenrain mit seinen alten Bäumen erhalten bleibt. Auch die bestehende Grünzone am Hirslandweg soll erhalten und sogar aufgewertet werden. Die meisten Anwesenden interessierten sich aber für den Neubau an sich.

Der neue Quartierplan sieht wie beim bestehenden Haus Wegman einen viergeschossigen Bau vor. Ob das bestehende Haus abgerissen oder in den Neubau integriert wird, entscheide sich erst im Architekturwettbewerb. «Aufgrund des Alters gehe ich aber schon eher davon aus, dass er abgerissen wird», meinte Klinik-Geschäftsführer Andreas Jäschke. Nach dem im Sommer 2015 gestarteten ordentlichen Quartierplanverfahren, der öffentlichen Mitwirkung in den kommenden Wochen und dem Beschluss der Gemeindeversammlung hofft Jäschke auf einen Baubeginn in bestenfalls drei, eher vier und schlechtestenfalls fünf Jahren. Eine Eröffnung 2021 zum 100-Jahr-Jubiläum der Klinik Arlesheim wäre natürlich für alle ein wunderbares Szenario.