Gemeinderätin Daniela Senn hat nach nur neunmonatiger Amtszeit per 31. März ihre sofortige Demission aus der Hölsteiner Exekutive bekannt gegeben. «Unterschiedliche Auffassungen innerhalb des Gemeinderats über ihre Verantwortung innerhalb ihres Ressorts» seien der Grund für den Rücktritt, schreibt der Gemeinderat in seiner Mitteilung von Dienstag.

Senn, für Bildung, Alter und Gesundheit verantwortlich, bestätigt den Wortlaut. Der Gemeinderat mauert und gibt keine weitere Stellungnahme ab. Die Ersatzwahl ist auf 24. September angesetzt.

Die Konsequenzen gezogen

«Es hat Differenzen gegeben. Wir versuchten, die Probleme zu lösen, schafften dies aber nicht», erklärt Daniela Senn, ohne konkreter zu werden. Mehr könne und dürfe sie dazu nicht sagen. Daraufhin habe sie die Konsequenzen gezogen, so habe sie nicht weiter machen wollen. Die 42-Jährige wertet ihre Amtszeit als Gemeinderätin auch positiv. «Ich persönlich fand sie sehr toll. Ich habe die Arbeit sehr gerne gemacht, sie war bereichernd für mich.» Sie habe in Sachen hineinblicken dürfen, die sehr spannend seien. «Aber nicht überall lief es ganz gut.»

Sie habe kein einfaches Ressort gehabt und sich darin auch nicht immer gleich wohlgefühlt, meint Senn, schränkt aber ein: Neun Monate seien zu kurz, um Aussagekräftiges zu sagen. «Wir haben eine gute Schule», ist Daniela Senn überzeugt.

Diese glaubt, mit ihrem sofortigen Rücktritt den richtigen Entscheid zum richtigen Zeitpunkt gefällt zu haben. Senn zeigt sich über verschiedene Menschen enttäuscht. «Aber das wird sich wieder legen. Wir leben in einem Dorf, wo es ‹menschelet› wie anderswo auch. Ich kann allen in die Augen schauen.»

Die Parteilose, die seit 1994 in Hölstein wohnt und seit elf Jahren eine Fahrschule betreibt, bereut es nicht, Gemeinderätin gewesen zu sein. Auch wenn zurzeit kein Thema sei es möglich, dass sie sich später wieder einmal für ein öffentliches Amt bewerbe.

Gemeinderat schweigt

Der Gemeinderat will zu Daniela Senns Rückzug keinen weiteren Kommentar abgeben. Dies hat er am Montagabend beschlossen. Vizepräsidentin Simone Wisler, die den derzeit ortsabwesenden Präsidenten Gabriel Antonutti vertritt, sagt nur: «Es steht alles in der Medienmitteilung. Mehr dazu kann ich nicht sagen. Es tut mir leid.»