Ein Mann aus der Dominikanischen Republik muss die Schweiz nach Verbüssung seiner Strafe wegen Kokainhandels verlassen. Dies hat das Bundesgericht entschieden. Der heute 39-jährige Staatsangehörige der Dominikanischen Republik kam im Jahr 2004 in die Schweiz. Ein Jahr später heiratete er eine in der Schweiz niedergelassene Frau aus seiner Heimat, die in den Folgejahren zwei Kinder gebar. Die zuständigen Migrationsbehörden verlängerten mehrmals die Aufenthaltsbewilligung des Mannes. Im Sommer 2011 ermahnte das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft den Mann aus der Karibik, weil er in letzter Zeit von der Sozialhilfebehörde mit über 23'000 Franken unterstützt werden musste.

13 Kilo Kokain importiert

Im Juni 2015 lehnte es das Migrationsamt ab, die Aufenthaltsbewilligung des Mannes zu verlängern. Er sass seit Oktober 2013 hinter Gittern: Er hatte zusammen mit anderen Mitgliedern einer kriminellen Organisation äusserst professionell und mit hoher krimineller Energie den Import von rund 13 Kilo reinen Kokains aus der Dominikanischen Republik in die Schweiz organisiert und war deswegen vom Kantonsgericht in zweiter Instanz zu neuneinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Eine gegen den Entzug der Aufenthaltsbewilligung erhobene Beschwerde blieb sowohl beim Kantonsgericht Basel-Landschaft als jetzt auch beim Bundesgericht ohne Erfolg. Nebst den kriminellen Aktivitäten erweist sich der Entzug des Anwesenheitsrechts auch deshalb als verhältnismässig, weil die Familie des verurteilten Rechtsbrechers gemäss einer Meldung der Sozialhilfebehörde Pratteln mit über 176'000 Franken unterstützt werden musste.

Rückreise zumutbar

Nach Meinung des Bundesgerichts ist dem Mann – und auch seiner Ehefrau und den beiden sich noch im anpassungsfähigen Alter befindenden Kindern – eine Rückreise in die Dominikanische Republik zumutbar. Der Straffällige ist erst im Alter von 26 Jahren in die Schweiz eingereist und hat seine prägenden Kinder- und Jugendjahre in der Dominikanischen Republik verbracht. Er ist mit den Verhältnissen vor Ort, insbesondere mit der Kultur und Sprache, noch immer bestens vertraut. Da dort auch konkrete Anzeichen für eine Gefährdung seiner Familie fehlen, überwiegt das öffentliche Interesse an der Ausreise des Kokainhändlers das private Interesse, weiterhin in der Schweiz zu leben.

Urteil: 2C_639/2016