Warum wollten die Bubendörfer Ortsbürger die Familie Halili nicht einbürgern? Der Entscheid der Bürgergemeindeversammlung am 18. Mai kam überraschend. Vor zehn Jahren war die Familie in Bubendorf noch willkommen geheissen worden und erhielt schliesslich eine Aufenthaltsgenehmigung.

Die Familie Halili blickte 2006 in eine unsichere Zukunft. Das Aufenthaltsrecht hat sie inzwischen, nicht aber den Schweizer Pass. (Archiv)

Die Familie Halili blickte 2006 in eine unsichere Zukunft. Das Aufenthaltsrecht hat sie inzwischen, nicht aber den Schweizer Pass. (Archiv)

Jetzt sagt ein Freund der Familie, einige Ortsbürger hätten sich abgesprochen, um die Einbürgerung zum Scheitern zu bringen. Um sich nicht mit den Gegnern anzulegen, sei er gar nicht erst an die Versammlung gegangen.

Einer der Einbürgerungsgegner, Günter Maciejowski, dementiert gegenüber der bz zumindest nicht vollständig eine kollektive Aktion. «Ich habe nicht im eigentlichen Sinne Propaganda gemacht», sagt Maciejowski. Er habe nur in seinem Bekanntenkreis, im Verein und allen Ortsbürgern, denen er begegnet sei, auf die Bürgergemeindeversammlung hingewiesen – und dass es dann um das Einbürgerungsgesuch der Familie Halili gehe.

Krach um Autos

Maciejowski ist der Meinung: Die Halilis gehören nicht eingebürgert. Als Liegenschaftsverwalter der Überbauung, in der die Familie wohnt, habe er mitgekriegt, wie in deren Auto an drei Nächten hintereinander der Alarm losgegangen sei. Die Polizei habe die Besitzer nicht finden können, denn Halilis hätten ihr Fahrzeug bei ihrem letzten Umzug «nicht ordnungsgemäss umgeschrieben». Fünf Familien hätten wegen dieser «massiven Nachtruhestörung» nicht schlafen können. Für Maciejowski ist klar: «Jemand, der sich einbürgern lassen will, sollte alles korrekt machen.» Weiter bemängelt er, einer der Halili-Söhne habe seinen Automotor laufen lassen. Darauf «höflich» angesprochen, habe er «nur frech geantwortet».

All das sagte Maciejowski laut eigenen Angaben auch an der Bürgergemeindeversammlung. Dem Bürgerrat, der mit der Familie ein Einbürgerungsgespräch geführt hat, wirft er vor, nicht genug über die Familie in Erfahrung gebracht zu haben. Ein einziges Arbeitszeugnis für die letzten drei Jahre anzuschauen, reiche nicht. «Niemand weiss, was der Vater in den letzten zehn Jahren beruflich gemacht hat.» Man könne alle Bewohner der Überbauung fragen, alle seien empört über die Halilis. Er selber habe sich vor 30 Jahren einbürgern lassen, sagt Maciejowski. «Ich habe mich integriert.»

Die Familie schweigt weiterhin

Bürgergemeindepräsident Roger Frey will nichts dazu sagen, ob eine konzertierte Aktion stattfand. Er dementiert hingegen die Aussage einer Person, die im Saal war, wonach einige Dutzend Bürger nur für das Einbürgerungstraktandum den Saal betreten hätten. «Es waren 56 Bürger da, und es ging während der Versammlung niemand hinein und hinaus», erklärt Frey.

Die Familie Halili selber teilte gestern der bz mit, sie wolle sich nicht zu ihrer Nichteinbürgerung äussern. Deshalb bleibt vorderhand offen, ob sie den negativen Entscheid anfechten will. Falls sie das tut, erhält sie finanzielle Unterstützung. Aufgrund der Berichterstattung der bz erklärten sich zwei Nicht-Bubendörfer bereit, die Kosten einer Beschwerde zu übernehmen.

Einer davon ist Diego Persenico, der 2009 mit einem Vorstoss die Birsfelder Gemeindeversammlung dazu brachte, die Einbürgerungen nicht selber zu beschliessen. Seither erledigt dies der Gemeinderat. «Ich bin mir ganz sicher, dass die Familie Halili mit einer Beschwerde doch noch eingebürgert wird», schreibt Persenico. «Hoffentlich wollen sie das auch noch.»