Im Vergleich zur 10,17 Millionen schweren Kulturpauschale, mit welcher das Baselbiet in diesem Jahr 20 Basler Kulturbetriebe unterstützt hat, ist der Betrag ein Klacks: 150'000 Franken schüttet das Baselbiet jährlich aus dem «Kredit Kulturprojekte BL» für die Förderung von Kleinproduktionen im eigenen Kanton aus; also für jene Kulturbereiche, die beispielsweise der SVP so sehr am Herzen liegen. Berücksichtigt man alle anderen Finanzierungsmöglichkeiten wie die Lotteriegelder aus dem Swisslos-Fonds, sind es 368'000 Franken.

Hat FDP-Kulturdirektorin Monica Gschwind vor den Sommerferien viel Lob für die Rücknahme der Halbierung der Kulturpauschale einheimsen können, so gerät sie jetzt wegen der Kulturförderung im eigenen Kanton in Bedrängnis. Wie schon in den Vorjahren waren die 150'000 Franken bereits Mitte Jahr aufgebraucht. Zwischen Juli und August wurden deshalb insgesamt sieben Gesuche für Produktionen, die nur durch den «Kredit Kulturprojekte BL» hätten unterstützt werden können, abgelehnt.

Dieselbe Anzahl war bereits im Vorjahr nicht bewilligt worden. Es sei wahrscheinlich, dass einige Gesuchstellerinnen ihre Gesuche wegen der erschöpften Mittel gar nicht erst eingereicht hätten, gibt die Baselbieter Kulturdirektion in ihrer Stellungnahme zu.

Vor drei Wochen stockte die Regierung ausnahmsweise und einmalig den Kredit um 80'000 Franken auf. Auch hätten einige der abgelehnten Gesuche doch noch bewilligt werden können, indem sie in andere Finanzierungstöpfe verschoben wurden.

Neues Projekt angelaufen

Für den Muttenzer SP-Landrat Roman Brunner steht fest, dass der jährliche Kredit schlicht ungenügend ist. In der Fragestunde der jüngsten Landratssitzung konfrontierte er Kulturdirektorin Monica Gschwind mit dem Manko. Die Regierungsrätin antwortete ausweichend: «Es gibt sicherlich nicht zu viel Geld für die Förderung, aber es ist genügend.»

Dies mit Verweis auf die sonstigen Finanzierungstöpfe wie den Swisslos-Fonds. Überhaupt sei die steigende Anzahl der Förderungsgesuche für beispielsweise Chorprojekte und Lesungen erfreulich und ein Ausdruck für «die aktiven Bemühungen des Kantons, die Beziehungen zu den Gemeinden und ihren kulturellen Akteuren auszubauen und zu stärken.» Doch zumindest der Verweis auf den Swisslos-Fonds ist für Kulturkommissionsmitglied Brunner Augenwischerei: «Hier werden Dinge vermischt, die für andere Bereiche gedacht sind.»

Gschwinds Direktion beruft sich ihrerseits auf das jüngst angelaufene Projekt, mit dem in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden ein neues Modell zur Baselbieter Kulturförderung entwickelt werden soll; dies unter der Hoheit des neuen Verfassungsauftrags Gemeindestärkung (VAGS). In diesem Zusammenhang kündigt Gschwind an, «die Höhe des Kredites neu zu beurteilen».

Alles schön und gut, findet SP-Landrat Brunner. So begrüsst er ausdrücklich, wenn sich die kantonalen und kommunalen Kulturverantwortlichen enger vernetzen und die künftige Kulturförderung besser koordiniert wird. Bisher wusste die Baselbieter Kulturbeauftragte Esther Roth von einigen Gemeinden nicht einmal, wer ihre Ansprechpartner sind. Allerdings stehe und falle alles mit den zur Verfügung stehenden Mitteln.

An eine substanzielle Erhöhung mag Brunner nicht so recht glauben. «Das Ganze läuft auf ein Budgetpostulat von mir hinaus. Das kann ich jetzt schon verraten.» Wie viel Geld er zusätzlich fordern möchte, macht er vom im neuen Aufgaben- und Finanzplan eingestellten Betrag abhängig, den Finanzdirektor Anton Lauber kommende Woche vorstellen wird.