Bei aller Diskussion über die gemeinsame Universität geht gern vergessen, dass der Kanton Basel-Landschaft auch bei der Kultur massiv kürzen will. Für das Baselbiet hat Regierungsrätin Monica Gschwind am Mittwoch folgende Sparmassnahmen bekannt gegeben:

  • Der Bereich des Ankaufs von Kunst von Baselbieter Künstlern durch den Kanton wird sistiert.
  • Das Kulturmagazin «GPS kultur.bl» wird ab 2016 eingestellt.
  • Die Literaturreihe «Wintergäste» wird ab 2016 eingestellt.
  • Die Ausstellung «Ernte» wird ab 2017 eingestellt.
  • Das «Landkino» wird ab 2017 eingestellt.
  • Beiträge an Künstler ausserhalb der Region werden sistiert.
  • Der Beitrag an das regionale Atelier-Austauschprogramm «Atelier Mondial» wird stark reduziert.
  • Indirekte Fördermassnahmen werden sistiert.
  • Die Videobasis, ein Kredit für die Ausleihe von Film-Infrastruktur, wird schrittweise abgebaut.
  • Der jährliche Beitrag an art.tv, das Kulturfernsehen im Netz, welches über Künstler aus der Region berichtet, wird sistiert.

In der gleichen Mitteilung gab Gschwind am Mittwoch bekannt, dass der Kanton Baselland die Kulturvertragspauschale mit der Stadt halbieren will. Eine Nachricht, die in Basel-Stadt für hohe Wellen sorgt. «Eine Halbierung der Kulturvertragspauschale läuft auf eine Kündigung des Kulturvertrags aus dem Jahr 1997 durch Baselland hinaus», erklärt Regierungspräsident Guy Morin. «Das kann es nicht sein. Wir müssen ein Modell finden, das die Abgeltung von Kulturinstitutionen überregionaler Bedeutung auf sinnvolle Art regelt.»

Die 15 von der Kulturvertragspauschale betroffenen Institutionen von den Basler Madrigalisten bis zum Jazz Club «Bird’s Eye» erklärten in einer gemeinsamen Mitteilung, sie seien «zutiefst verunsichert». Eine «solch massive Kürzung der Kulturvertragspauschale» habe eine «massive Schwächung» der Kulturlandschaft beider Basel» zur Folge. Die Institutionen fordern deshalb eine Weiterführung der bisherigen Kulturvertragspauschale. (zdr)