Die Kunsteisbahn Sissach wird nicht vor 2014 wieder in Betrieb gehen. Für den Eishockeyclub Zunzgen-Sissach ist das «ein GAU». Vereinspräsident Jean-Daniel Neuenschwander sieht das «schlimmste Szenario» eingetroffen; er hält es für möglich, dass sich der Verein auflösen muss.

Am Donnerstag teilte die Gemeinde offiziell mit, dass sie gezwungen sei, vor Gericht zu gehen, weil sie sich mit der Ormalinger Baufirma PM Holzbau über die Verantwortlichkeit für die Baumängel in einem Schiedsverfahren nicht einig geworden sei. Wegen des undichten Daches musste die Kunsteisbahn im vergangenen Oktober schliessen (die bz berichtete). Der geplante Teilrückbau der Überdachung war im April von der Gemeindeversammlung als erster Schritt einer Gesamtsanierung mit einem Kredit von 700 000 Franken bestätigt worden. Damit wollte der Gemeinderat nach eigener Aussage den provisorischen Eishockeyspielbetrieb zumindest zum neuen Saisonstart im Herbst ermöglichen.

Weil bis jetzt aber nicht juristisch geklärt sei, wer die Schuld an den Baumängeln trage, würden mit dem Rückbau «beweisrelevante Tatsachen» verloren gehen. Eine gerichtliche Klärung der Verantwortlichkeit sei nicht mehr vor dem nächsten Herbst zu erwarten. Eine mobile Eisanlage, die die Gemeinde für die restliche Saison 2012/2013 bis April noch mitfinanziert hatte, sei für die kommende Saison ausgeschlossen.

Sissach prüft Sanierungsvarianten

«Damit wird im Winter 2013/14 in Sissach weder freies Eislaufen für Eissportfans und Schulen noch Hockey- oder Curlingspielen möglich sein», stellt der Gemeinderat fest. Er sei sich der «existenziellen Herausforderungen» für den EHC und die Kunsti-Genossenschaft bewusst und bedaure diese Entwicklung. Als Konsequenz aus dem gescheiterten Teilrückbau bricht der Gemeinderat das laufende Submissionsverfahren ab. Er wolle sich aber «klar für den Weiterbestand der Kunsteisbahn in Sissach» einsetzen und «anlässlich einer folgenden Gemeindeversammlung» einen Planungskredit vorlegen, «welcher zum Ziel hat, mögliche Sanierungsvarianten inklusive Betriebskonzept und Finanzierung aufzuzeigen».

Für den EHC ZS könnte das zu spät sein. Neuenschwander spricht von einem «enormen sportlichen Schaden», wenn sein Verein in der Saison 2013/14 aussetzen müsste: «Es ist nicht sicher, ob der EHC danach wieder aufgebaut wird.» Einen Verein neu aufzubauen sei etwas ganz anderes, als einen Verein zu führen: «Das ist ein Vollzeitjob.»
Und neu aufbauen müsste man den Verein wohl: Das Risiko sei, dass die jungen Spieler, die nun möglichst in Nachbarvereinen unterkommen sollen, sich dort so wohlfühlen, dass sie 2014 oder gar erst 2015 nicht mehr nach Sissach zurückkommen. Ausserdem müsste der Verein den Spielbetrieb wieder in der vierten Liga beginnen; der Verein ist dieses Jahr aufgrund der Ereignisse freiwillig in die zweite Liga abgestiegen. Am 31. Mai wird die Generalversammlung entscheiden, wie es weitergeht.

Auch die Genossenschaft der Kunsteisbahn will «in naher Zukunft» ihre Optionen diskutieren. Sie stehe ebenso vor einer Grundsatzentscheidung, sagt Sprecher Nico Wunderlin. Die Genossenschaft müsse den Betrieb der Kunsti selbstständig erwirtschaften und habe schon in der vergangenen Saison Schwierigkeiten damit gehabt: «Es ist niederschmetternd, dass der negative Entscheid schon so früh kommt.» Eine Möglichkeit sei, die Genossenschaft einzufrieren, bis die Kunsteisbahn wieder eröffne.