Selten ist ein Umbau mit so viel Aufmerksamkeit bedacht worden. Nach der Jurierung, der Würdigung und der Diskussion, folgt nun noch die Ausstellung der fünf Projekte, die sich am Wettbewerb für ein neues Kunsthaus Baselland in der Dreispitzhalle auf dem Dreispitz-Areal beteiligten. Blue Architects, Zürich; Lost Architekten, Basel; Käferstein & Meister Architekten, Zürich; Luca Selva Architekten, Basel sowie Buchner Bründler Architekten, Basel, wurden eingeladen. Letztere machten das Rennen.

Die Jury argumentiert klar, im Begleitbericht heisst es: «Das Beurteilungsgremium empfiehlt einstimmig, das Team Buchner Bründler Architekten mit der Weiterbearbeitung zu beauftragen. Dem Team ist es gelungen, sowohl eine einprägsame Gestaltung für die städtische Umgebung im Campus Dreispitz vorzuschlagen, als auch diese sinnfällig mit dem Innern eines Kunsthauses zu verbinden. Charaktervolle und interpretationsoffene Innenraum-Abfolgen entstehen aus dem äusseren Eingriff in Kombination mit der weitgehenden Wahrung der heutigen Erscheinung der Dreispitzhalle. Der architektonische Vorschlag bietet Raum für soziale Interaktion wie auch für die Kunstproduktion.»

Wie sieht die Zufahrt künftig aus?

Zwei Büros entwickelten einen Neubau, drei einen Umbau der bestehenden Dreispitzhalle. Buchner Bründler Architekten fanden optimale Konzepte für Aspekte wie Raumaufteilung, Betriebsabläufe, Auffindbarkeit und Zugänglichkeit für Besucher, Bezug von innen und aussen. Lost Architekten beispielsweise argumentierten mit einem fix formulierten Eingangsbereich, einen Aspekt den Buchner Bründler spielerisch behandelten, da unklar ist, wie auf diesem Entwicklungsgebiet die Zufahrtswege in Zukunft ausfallen werden.

Es ist hier kein Platz, die Vor- und Nachteile der Projekte zu beschreiben. Am besten vergleicht man die unterschiedlichen Modelle in der Ausstellung im Kunsthaus Baselland. Wer Buchner Bründler unterstellt, sie hätten mit ihren drei Türmen, die aus dem Dachbereich ragen, ein plakatives Zeichen setzen wollen, irrt. Die turmartigen Aufbauten wirken sicher auch als Zeichen, immerhin befindet sich das Kunsthaus in der dritten Reihe der Gebäude, hinter dem Schulbau von Morger & Dettli und dem Haus der elektronischen Künste. Sie funktionieren aber vor allem als konstruktive Elemente, die die Tragekonstruktion des Daches entlasten, den Innenraum akzentuieren und der Licht- und Luftzufuhr dienen.

Einfach, aber prägnant

Buchner Bründler Architekten haben lange mit der Zahl der Dachaufbauten experimentiert. Drei Türme waren für die Dimensionen der Dachkonstruktion des langen Gebäudes notwendig. Sie lassen gleichzeitig eine Flexibilität erkennen, die durch die unterschiedlichen Ausrichtungen der Lichttürme zusätzlich unterstrichen wird. Selten wird der Gestaltungsleitsatz «form follows function» so bewusst umgesetzt. Es ist der erste Bau für die Präsentation von Kunst, den Buchner Bründler Architekten für sich entschieden haben.

Natürlich spielte das Thema Ausstellen auch im Schweizer Pavillon der Weltausstellung in Schanghai eine zentrale Rolle, doch sie beteiligten sich bisher auch an Wettbewerben für den Erweiterungsbau des Kunstmuseums Basel, das Bündner Kunstmuseum in Chur, das Kunsthaus Zürich und den Umbau für das Kunstmuseum St. Gallen. Sie erkannten durch solche «Spielplätze», dass die Bedingungen für Kunst laufend anzupassen sind, ein Aspekt, dem sie auch im vorliegenden Fall Rechnung trugen. Zeitgenössische Künstler verlangen immer mehr nach unterschiedlichen Raumqualitäten, intimen, aber auch grosszügigen Räumen, im neuen Kunsthaus Baselland werden solche Wünsche Wirklichkeit.

Doch wie weiter? Die Nutzungsbewilligung der Dreispitzhalle läuft 2017 aus. Bis dann bleibt Zeit, um die Gelder für den Neu- und Umbau zu finden. Das Projekt von Buchner Bründler ist signifikant, ästhetisch ansprechend und zukunftsweisend. Dafür die nötigen Mittel zu finden, dürfte nicht schwer sein.

Wir freuen uns auf das neue Kunsthaus Baselland am neuen Standort.

Info: Die Entwürfe für das neue Kunsthaus Baselland sind in einer Ausstellung im Kunsthaus Baselland bis 26. April zu sehen. www.kunsthausbaselland.ch