Das Kunsthaus Baselland hat die Dreispitzhalle in Baurecht erworben, rückwirkend auf den 1. Juli 2017 und für die nächsten neunzig Jahre. In den Kommenden Wochen erfolgt der Eintrag ins Grundbuch von Münchenstein.

Die Christoph Merian Stiftung (CMS) als Grundeigentümerin drängte auf die Übernahme. Doch nun muss die Stiftung Kunsthaus Baurechtszinsen bezahlen, obwohl es bis zum Umbau und dem Umzug des Kunsthaus Baselland vom St. Jakob auf den Dreispitz noch dauert. Marina Meijer nennt die Jahre 2020/21 als neue Zielgrösse. Grund der Verzögerung: Das Projekt ist erst zur Hälfte finanziert.

Vor gut drei Jahren starteten die CMS und die Stiftung Kunsthaus einen gemeinsamen Architekturwettbewerb.

Im Frühjahr 2015 erkor eine Jury das Umbauprojekt der Basler Architekten Bucher Bründler zum Sieger. Die Hülle der Dreispitzhalle, ein alter Lagerschuppen, soll bleiben. Daraus sollen drei rund zwanzig Meter hohe Lichtkamine ragen. Sieben Millionen betrug das Planungsbudget, die detaillierte Projektarbeit ergab Kosten von 8,4 Millionen für den Umbau und 1,1 Millionen Franken für die Infrastruktur und Einrichtung.

Der Kanton Baselland hat sich an seine Ansage gehalten und über den Swisslos-Fonds 2,5 Millionen Franken für den Umbau bereitgestellt. Sogar eine Subventionserhöhung von jährlich 425'000 auf 625'000 Franken ist ab 2019 im kantonalen Aufgaben- und Finanzplan eingestellt. Für das Umzugsjahr ist zusätzlich eine Prämie von weiteren 75'000 Franken vorgesehen. Doch fällig werden die Zahlungen erst, wenn das Kunsthaus die übrige Finanzierung gesichert hat. Je länger das Kunsthaus zuwartet, desto länger wird die Baselbieter Staatskasse geschont.

Immobilienspekulation

Der ursprüngliche Plan, in diesem Jahr zu bauen, ist hinfällig. Von den übrigen 7,5 Millionen Franken sind über Stiftungen erst rund 2,5 Millionen gesichert. Einen Beitrag von 330'000 Franken leistet die mit Mitteln der BKB und der BLKB gespeiste Kantonalbanken Stiftung der CMS. Eine Fundraisingkampagne, die derzeit erarbeitet werde, soll die restlichen fünf Millionen Franken bringen, sagt Meijer. Sie ist optimistisch, das Geld beschaffen zu können. Schliesslich habe das Kunsthaus Baselland eine wichtige Rolle gerade für regionale Künstler und zähle auch immer mehr Besucher.

Zuständig für die Geldbeschaffung ist allerdings nicht der Verein mit seiner Präsidentin Meijer, sondern die Stiftung mit seinem Präsidenten Sven Hofmann. Der Basler Anwalt, der die Medienanfrage an die nicht zuständige Meijer abdelegiert hat, sucht für die Finanzierung den goldenen Immobiliendeal: Denn einerseits fehlen der Stiftung aktuell die Millionen für den Umbau, andererseits gehört der Stiftung das marode Gewerbegebäude, in dem das Kunsthaus bisher untergebracht ist. Das Areal auf Muttenzer Boden liegt an der Birs, direkt an der Stadtgrenze und in unmittelbarer Nachbarschaft zum St. Jakob-Park.

Das Entwicklungspotenzial ist entsprechend gross. Ein Verkauf, der vor einer Umzonung und deshalb zu früh kommt, wird die Stiftung Millionen an entgangenem Ertrag kosten. Die Kunststiftung kann die Immobilie, die teilweise vermietet ist, aber auch schlecht als Spekulationsobjekt im Portfolio halten, während sie gleichzeitig an mäzenatische Grosszügigkeit appelliert.

Abgelaufene Betriebsbewilligung

Wie solvent Stiftung und Verein tatsächlich sind, bleibt dem Wissen der Vereinsmitglieder und der Stiftungsaufsicht vorbehalten. Öffentliche Jahresberichte gibt es nicht. Die zusätzlichen Baurechtszinsen für das DreispitzGebäude müssten nun eigentlich auch die Rechnung der Stiftung belasten. Meijer meint jedoch, dies stelle kein Problem dar. Die Stiftung werde die Dreispitzhalle wie bisher für Veranstaltungen vermieten und so den Aufwand refinanzieren, sagt Meijer. 

Dass die Stiftung Kunsthaus Baselland als Vermieterin der Dreispitzhalle auftreten will, überrascht. Schliesslich wurde der CMS die weitere Vermietung der Halle in unsaniertem Zustand untersagt. Denn nach Architektenangaben ist die Hülle der Lagerhalle undicht und energetisch sowie vom Schallschutz her ungenügend. Die Dachkonstruktion habe zudem nahezu keine Traglastreserven mehr.

Ende 2016 lief die Betriebsbewilligung für die Zwischennutzung aus. Doch davon hat Meijer auf Anfrage keine Kenntnis.