Die Baselbieter Radargeräte blitzen tagein, tagaus - und manchmal gerät ihnen dabei durchaus Ungewöhnliches vor die Linse. Zum Beispiel ein Automobilist, der im Dezember 2013 zwar «nur» mit 90 statt 80 km/h im Eggfluhtunnel unterwegs war, allerdings dabei mit einem Seil ein anderes Auto abschleppte – und somit die beim Abschleppen erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h massiv überschritt.

Ein Radargerät in Aesch bekam 2010 gar physische Gewalt zu spüren, als es sich erlaubte, einen mit 6 km/h zu hoher Geschwindigkeit vorbeifahrenden Autofahrer zu blitzen. Denn dieser sei, gemäss Polizeimeldung, darüber derart erzürnt, dass er zurückgefahren sei und das Messgerät mit Fusstritten traktierte, bis dieses zu Boden fiel und «erheblicher Schaden» an Messkamera und -elektronik entstand. Was dem Täter umgehend in Rechnung gestellt wurde.

Wenn Radargeräte staunen und sich philosophische Fragen stellen könnten, dann wäre dies bei einem Vorfall in Duggingen im April 2011 geschehen. Dort wurde bei einer nächtlichen Geschwindigkeitskontrolle dasselbe Fahrzeug innert 76 Minuten gleich zweimal mit massiv überhöhter Geschwindigkeit geblitzt. So weit, so gut, könnte sich das Radargerät denken, wäre da nicht das Detail, dass auf dem zweiten Fötteli der vormalige Beifahrer am Steuer sass. Und ebenso betrunken war wie Fahrer 1, der nach Kontrolle 1 von der Polizei aus dem Verkehr gezogen wurde.

Es gibt allerdings auch Raser, die brauchen gar keinen Blitzer, sondern liefern sich gleich selber ans Messer. So geschehen in Duggingen im Jahr 2011, als sich zwei Motorradfahrer dabei filmten, wie sie mit 150 km/h durch eine 50er-Zone bretterten. Und das Video, auf dem sie oder die Kontrollschilder ihrer Fahrzeuge offenbar deutlich erkennbar waren, ins Internet stellten, sodass sie von der Baselbieter Polizei gemäss Mitteilung ermittelt und bestraft werden konnten.

Unter den 7242 Baselbieter Polizei-Meldungen, die die bz für die Raser-Recherche analysierte, gibt es auch solche, die weniger vom Inhalt her, als vielmehr von der Sprache im Stil eines Sportreporters leben. Ein solches Beispiel wollen wir Ihnen nicht vorenthalten:

Am Montag Abend, 6. Juli 2009, zwischen 18.20 und 20.40 Uhr, führte die Polizei Basel-Landschaft auf der Hauptstrasse in Diepflingen BL (im Ausserortsbereich, die dort zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 km/h) in Fahrtrichtung Sissach BL eine Geschwindigkeitskontrolle mit einem Laser-Messgerät durch. Das Ergebnis[...]: Am schnellsten (mit 137 km/h) unterwegs war ein 32-jähriger Mann mit Nationalität Serbien und Montenegro.Es folgten vier weitere Motorradlenker (Nationalitäten Schweiz und Deutschland) mit 129,118,134 und 128 km/h.