Wie alle, die professionell mit Katzen und Hunden zu tun haben, muss er sich vorsorglich auf die Knallerei am 1. August vorbereiten. «Fensterläden zu, alles abdunkeln, den Fernseher laut anmachen», rät er. Und vor allem bleibe er während der Lärmbelastung immer bei den Tieren. Zur Prävention geht er mit Welpen bei Donner spazieren, damit sie sich ans Krachen gewöhnen. Das mache man übrigens auch mit Polizeihunden, die das Knallen von Waffen aushalten müssten.

Mit besonders lärmempfindlichen Hunden geht Persenico in seinen Keller hinunter. Das empfiehlt auch Nadja Wüthrich, Präsidentin des Tierschutzbunds Basel Regional und Besitzerin von fünf eigenen Hunden. Was sie aufregt: Die Knallerei finde seit einigen Jahren nicht nur an der Bundesfeier statt, sondern fange am 25. Juli an und dauere bis etwa zum 4. August.

Die Katzen, die der Tierschutzbund in Muttenz beherbergt, sind einfacher zu schützen. «Einfach nicht rauslassen», sagt Heimleiterin Anouk Benziad. Katzen seien weniger auf Menschen ausgerichtet als Hunde. Hätten sie wegen Feuerwerk Angst, lasse man sie sich am besten verkriechen. Im Muttenzer Heim sei das zum Glück gut möglich. Auch Kühe kann die Ballerei aufschrecken. Doch wenn die Böller nicht gerade neben ihnen losgingen, sei das nicht wirklich ein Drama für sie, sagt Andreas Gubler von der Abteilung Produktion, Markt und Direktzahlungen des landwirtschaftlichen Zentrums Ebenrain in Sissach. Problematischer für die Tiere seien herumliegende Feuerwerksreste auf den Feldern, die dann im Futter landen. «Das erachte ich als die grössere Gefahr für die Tiere als den Knall von Feuerwerken.»

Rakete fiel auf Voliere

Gelassen geht man im Tierpark Lange Erlen mit der Schallbelastung an der Bundesfeier um. Scheue Tiere, etwa die Wisente, lasse man während der heiklen Festnacht im Stall, erklärt Tierparkleiter Bruno Ris, «damit gar nicht erst eine Schrecksituation entsteht». Das könne man aber mit manchen Tieren nicht machen, etwa den Vögeln.

«Es ist auch schon eine Rakete auf eine Voliere gefallen.» Das sei vergleichbar mit einem Marder, der dort auftauche. Voraussagen, wie sich Wildtiere in einer solchen Situation verhalten, könne man sowieso nicht. Viele würden bei Panik fluchtartig reagieren und würden sich dann in ihrem Gehege schnell verletzen.

Es könnten hundert Raketen in der Nähe abgefeuert werden, und es sei kein Problem. Es könne aber auch an einem anderen Tag jemand eine Geburtstagsrakete ablassen, und ein Tier schrecke auf. «Wir sind dem 1. August ausgeliefert. Angst davor zu haben, bringt nichts – wir können ja keine Glasglocke über unseren Tierpark stülpen.»

Solche Sorgen muss sich der Basler Zoo nicht machen. Zwar lässt man auch da am 1. August möglichst die Tiere im Stall. Doch es gibt rund um den Zoo ein ungeschriebenes Gesetz, dass an der Bundesfeier kein Feuerwerk abgelassen wird. «Das wird auch recht gut eingehalten», sagt Zoo-Sprecherin Tanja Dietrich. Einzig auf der Seite beim Erdbeergraben seien schon Raketen in Gehege geflogen.