Die Nacht vom 31. Juli auf den 1. August ist eine besondere. Anders als in der Restschweiz wird in der Stadt Basel der Schweizer Nationalfeiertag vorgefeiert – es surren die Heuler und knallen die Raketen bis tief in die Nacht. Festfreudig und lärmintensiv geht es auch in unmittelbarer Stadtnähe zu und her. Im Gartenbad St. Jakob sowie auf den angrenzenden Volleyball-Feldern, alles auf Münchensteiner Boden, findet unter dem Namen Tension statt – für mehrere tausend Liebhaber elektronischer Musik gehört dieser Anlass zu den Highlights im Party-Kalender. Siebenmal bereits wurde dieser stetig wachsende Event durchgeführt.

Dank Auftritten von Szenegrössen wie Richie Hawtin, Fritz Kalkbrenner oder Chris Liebing war die Ausgabe 2017 hochkarätig besetzt wie nie zuvor, noch nie so hoch war aber auch die Anzahl der eingegangenen Lärmbeschwerden wie im vergangenen Jahr. «Von Allschwil bis Pratteln haben sich Leute wegen des Lärms beschwert», erinnert sich Giorgio Lüthi, Gemeindepräsident von Münchenstein. Ursächlich war allerdings nicht die eigentliche Lautstärke, die vorgegebene Dezibelmarke wurde eingehalten.

Unmut verursachten vielmehr die Basswellen, die bis weit über das Festivalgelände hinaus zu spüren waren. Tatsächlich bestätigt Sebastian Schmidt, Mitbegründer des Tension und Inhaber der gleichnamigen GmbH mit Sitz in Münchenstein, dass das Soundsystem auf die letzte Ausgabe hin verstärkt wurde. Die Zahl der Basselemente auf der Hauptbühne wurde auf zwölf erhöht, dies aufgrund von Vorgaben einiger Künstler und weil man mit mehr Besuchern gerechnet hat.

Bassdruck eindämmen

Unterdessen haben sich die Gemeinde Münchenstein und die Veranstalter einigen können, unter welchen Bedingungen das Tension auch 2018 stattfinden kann. Letzte Woche hat der Gemeinderat die mit Auflagen verbundene Bewilligung erteilt. Konkret werden verschiedene lärmmindernde Massnahmen eingefordert. So muss etwa die Anzahl der Basslautsprecher auf der Bühne verkleinert und auf maximal acht Stück begrenzt werden. Auch sind die Lautsprecherboxen strikt gegen das Publikum hin auf das Tanzgelände auszurichten. Und schliesslich seien Systeme zu verwenden, die den Bassdruck reduzieren und die unnötige Bassstreuung soweit wie möglich eindämmen.

Die Gemeinde will das Festival explizit nicht verhindern. «Wo, wenn nicht auf diesem Gelände, kann eine solche Veranstaltung in unserer Region sonst noch stattfinden?», fragt sich Giorgio Lüthi, der im Übrigen für die Veranstalter und deren Arbeit vor und vor allem während des Events lobende Worte findet. Negative Begleiterscheinungen wie überbordende Abfallberge oder für öffentliche Unruhe sorgende Drogen- oder Gewaltexzesse, wie sie bei massenwirksamen Open-Air-Events jedwelcher Art mitunter zu beobachten sind, waren am Tension noch nie Thema.

Verhandlungen mit Top-DJs

Mit den Auflagen können die Veranstalter umgehen. «Wir werden die Hauptbühne etwas anders ausrichten, damit die umliegenden Wohngebiete nicht direkt beschallt werden», erklärt Sebastian Schmidt. Der Einsatz eines lärmmindernden Soundsystems ist zwar teurer, diese Mehrkosten sollen aber nicht auf die Festivalbesucher abgewälzt werden. Müssen die Ticketpreise dennoch erhöht werden, hätte das einen anderen Grund: «Wenn wir einen grossen, international Top-Act verpflichten können, schlägt sich das womöglich auf den Eintrittspreis nieder.» Mit welchen DJs bereits Verhandlungen laufen – oder wen man gerne als Headliner präsentieren möchte –, in dieser Frage hält sich Schmidt noch bedeckt.

Nur eines ist klar. Das Tension wird am 31. Juli punkt 12 Uhr mittags starten – und nach dem Ende um 2 Uhr morgens seine Fortsetzung im Viertel Club beim nahegelegenen Dreispitz sowie im Borderline Club an der Grenze zu Saint-Louis finden.

www.tension-festival.ch