Dem Landhus in Allschwil wurde ein neuer Schliff verpasst: Beim Lokal, welches als die Dorfbeiz der grössten Baselbieter Gemeinde schlechthin gilt, wurde die Sanierung des ersten Obergeschosses kürzlich beendet. Während der Umbauarbeiten, die Oktober des vergangenen Jahres begannen, wurde die Beiz im alten Riegelhaus während zwei Monaten geschlossen. Im Dezember nahm dann Michele Cuomo mit seinem Team den Gastronomiebetrieb auf.

Neuer Wirt ist kein Unbekannter

Der neue Wirt Michele Cuomo ist kein Unbekannter: Seit über 40 Jahren ist er fest in der Basler Gastro-Szene verankert. Einst führte er den «Storchen» am Fischmarkt und bis vor kurzem den Schmiedenhof in Basel. Zudem ist Cuomo bekannt für sein Catering im Oldtimer-Tram Dante Schuggi. Mit gutbürgerlicher Küche und italienischen Gerichten möchte er dafür sorgen, dass die Beiz auch weiterhin ein wichtiger Treffpunkt im Dorf bleibt.

Das schöne Fachwerkhaus erstrahlt von innen in neuem Glanz.

Das schöne Fachwerkhaus erstrahlt von innen in neuem Glanz.

Neu hat das Landhus im ersten Stock auch eine umgebaute und renovierte Stube zu bieten. «Allschwil hat einen Mangel an Räumlichkeiten für Vereinssitzungen», erklärte Niggi Wirz, Präsident und Mitbegründer der Genossenschaft «Freunde des Landhus». Mit einer urchigen, aber modern ausgestatteten Stube soll hier ein wenig Abhilfe geschaffen werden: Die Decken und Böden wurden saniert, zudem wurden Toiletten eingebaut. Gleichzeitig achtete man aber darauf, den Charakter des denkmalgeschützten Riegelhauses nicht zu verändern: So sind etwa noch an manchen Abschnitten die alten Balken und die mit Lehm gefüllten Zwischenräume mit all ihren Kratzern zu sehen. Selbst alte Zeitungen, die damals noch als Isoliermaterial verwendet wurden, hat man eingerahmt und als Erinnerung aufbewahrt. Das traditionelle Interieur des Restaurants im Parterre wurde nicht angetastet und lediglich mit einer Ausschanktheke versehen. Am Gebäude nagte schliesslich der Zahn der Zeit: Das Riegelhaus wurde 1721 erbaut und anno 1911 erstmals als Wirtschaftsbetrieb erwähnt. Nach dem Abgang der Wirtin lag das Restaurant eine Zeit lang in Brache, bis 1996 ein paar Allschwiler die Genossenschaft «Freunde des Landhus» ins Leben riefen. Die Genossenschaft brachte das Haus zwei Jahre später wieder auf Vordermann. Nun hat das Landhus eine zweite Etappe der Restaurierung hinter sich.

Bei der offiziellen Wiedereröffnung war auch der Baselbieter Regierungsrat Anton Lauber (CVP) dabei. Das neue Aufleben des Landhus ist auch ihm als eines der Gründungsmitglieder der Genossenschaft ein Anliegen: «Die Riegelbauten gehören zum Cachet des Dorfs. Daher legen wir Wert darauf, dass die alte Bausubstanz erhalten bleibt, gleichzeitig aber auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist», meinte Lauber.