Der Baselbieter Landrat ist gegen eine 2014 eingereichte Lehrkräfte-Ausbildungsinitiative. Mit 74 zu 5 empfiehlt er den Stimmberechtigten, die Initiative abzulehnen. Die Initiative «Ja zu fachlich kompetent ausgebildeten Lehrpersonen» nimmt Kritik aus Schulkreisen auf. Sie will Universität und Pädagogische Hochschule (PH) zu einer gemeinsamen Ausbildung der Sekundarlehrkräfte verpflichten. Sie war im Oktober 2014 mit 2500 Unterschriften eingereicht worden; für das Zustandekommen nötig sind 1500.

Die unformulierte Initiative richtet sich gegen eine komplette Lehrerausbildung an der PH. Lehrpersonen an einer Baselbieter Sekundarschule sollen nur noch dann unbefristet angestellt werden können, wenn sie ein Studium an einer Universität oder der ETH absolviert haben. Erst danach soll eine pädagogische Ausbildung an einer PH oder an einem Lehrerseminar erfolgen.
In der Landratsdebatte sprach sich einzig die Fraktion von GLP/G-U für die Initiative aus. Aufgrund der fachlichen Ausbildung, die an der Universität länger gehe, würden die beiden Ausbildungswege zwei unterschiedliche Typen von Lehrpersonen hervorbringen, sagte G-U-Landrat Jürg Wiedemann, der dem Initiativkomitee angehört. Es sei nicht belegt, dass die Qualität der beiden Ausbildungswege unterschiedlich ist, hielt indes die FDP dagegen. Zudem wäre es komisch, eine Ausbildung in einer Institution nicht anzuerkennen, die vom Kanton getragen wird, sagte eine SVP-Sprecher.

Gleiche Löhne für Lehrer

Auch die Regierung lehnt die Initiative ab. Eine Annahme würde die Rekrutierung erschweren und den Lehrkräftemangel im Kanton verschärfen. Die Initianten würden zudem ihre Argumente nicht mit wissenschaftlichen Untersuchungen belegen. Das heutige Ausbildungssystem biete eine «zweckdienliche Flexibilität». Die Initiative würde dem Baselbiet schaden, sagte Bildungsdirektorin Monica Gschwind im Parlament. Es sei auf Bundesebene entschieden worden, dass Lehrpersonen auch vollständig an einer Fachhochschule ausgebildet werden können. Es solle daher weiterhin den Studierenden überlassen werden, welchen Weg sie wählen würden.

Mit dem Landratsbeschluss verabschiedete das Parlament mit 75 zu 0 Stimmen bei 4 Enthaltungen indes einen Auftrag an die Regierung, die Ungleichbehandlung beim Lohn von unterschiedlich ausgebildeten Lehrpersonen «baldmöglichst» aufzuheben. Der Lohnunterschied ergibt sich, weil nach der Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule drei Fächer unterrichtet werden können, nach dem Weg über die Universität nur deren zwei.