Noch ist nicht ans Kürzertreten zu denken: Hans Weber hat einiges zu koordinieren, bis er im April als Geschäftsführer des Vereins Region Thal (die Gegend vom solothurnischen Holderbank bis nach Gänsbrunnen mit dem Hauptort Balsthal) zurücktreten wird. «Es ist mir wichtig, gute Lösungen für die Nachfolge zu finden», sagt der 56-Jährige.

Elf Jahre hat der Langenbrucker die Geschäftsstelle für nachhaltige Regionalentwicklung und Wirtschaftsförderung geleitet. Vom subventionierten Verein mit drei Mitarbeitern ist «Region Thal» zu einem kleinen Unternehmen mit vierzehn Angestellten herangewachsen. «Wir haben viele Chancen gepackt. Ich hatte nie das Gefühl zu stagnieren», stellt Weber rückblickend fest.

Vorwärts denken – und Neues wagen. Diese Einstellung hat Weber bereits während 15 Jahren am Ökozentrum Langenbruck vertreten, ehe er sie in die Nachbarschaft, ins Thal, getragen hat. Dabei war es ihm immer wichtig, Projekte nicht im Alleingang anzupacken. «Ich möchte die Leute einbeziehen», sagt der Kulturingenieur. Als es darum ging, den Naturpark Thal aufzugleisen, sei es besonders entscheidend gewesen, von Anfang an der Bevölkerung zu erklären, wie ein Naturpark zu einer nachhaltigen Entwicklung der Region beitragen könne.

Das Label vom Bund

«Naturschutz soll keine Einschränkungen darstellen, sondern neue Verdienstmöglichkeiten erlauben und Wertschöpfung generieren», hält Weber fest. Der Plan ist aufgegangen: Als erste Region überhaupt erhielt der Naturpark Thal vor vier Jahren das entsprechende Label vom Bund.

Heute gehe es darum, den Naturpark bekannt zu machen. «Nur wenn Grenzen überschritten werden, können gemeinsame Interessen gefunden und vertreten werden», erläutert der Regionalentwickler seine Aufgabe.

Dieses Ziel verfolgt Weber mit dem Projekt «Via Surprise», welches auf einer kantonsübergreifenden Zusammenarbeit beruht. Ein Netz ausgewählter Wanderrouten im Solothurner und Baselbieter Jura soll Touristen auf die Spuren von Pionieren und Weltentdeckern locken und zum mehrtägigen Verweilen anregen. Die Städte Basel, Liestal, Solothurn und Olten sind die Ausgangsorte, die Jurahügel das Erholungsgebiet. Der Stadt-Land-Graben wird überwunden, denn diesen findet Weber besonders bedenklich: «Es braucht gegenseitiges Verständnis, damit dieser Graben nicht immer tiefer wird.»

Vom Jura in die Alpen

Die «Via Surprise» wird Weber nach seinem Rücktritt weiterhin betreuen. Sein Engagement weitet sich ab April jedoch zusätzlich über die Jurahügel aus. Hans Weber widmet sich dem Alpenschutz. Er wird Geschäftsführer der Schweizer Sektion der internationalen Alpenschutzkommission (Cipra). Seine Aufgabe besteht darin, der kleinen Organisation Cipra Schweiz zu klareren Positionen zu verhelfen.

Ob er den neuen Dimensionen gewachsen sei? Weber zieht Parallelen zu seinem bisherigen Job: «Ich habe immer versucht, positive Aspekte zu fördern. Für meine neue Aufgabe wird die Frage, wie man durch den Einbezug von verwandten Organisationen voneinander profitieren kann, ebenfalls zentral sein.»

Für die Zukunft hofft Weber sehr, bald selbst etwas mehr von seiner Umgebung profitieren zu können. «Meine neue berufliche Situation lässt Freiräume zu, um neue Projekte anzupacken, in der Arbeitswelt wie aber auch im Privaten», gesteht der Familienvater ein. Für den grossen Gemüsegarten habe er sich zwar immer Zeit genommen, doch vieles sei zu kurz gekommen. Etwa die Musik, oder generell das kulturelle Angebot der Stadt und die Schönheiten des Lands zu geniessen.