Die Autobahnvignette bleibt bei 40 Franken und somit die H18 beim Kanton: Am letzten Sonntag zerschlug sich für das Laufental die Hoffnung, eine Übernahme der Schnellstrasse zwischen Basel und Delémont durch den Bund würde schneller zur Behebung der Engpässe führen, als wenn der notorisch klamme Kanton Baselland die Investitionen in den Knoten Angenstein, den Muggenbergtunnel und die Umfahrung Laufen/Zwingen selbst stemmen muss.

Dabei haben die Laufentaler selbst zum Scherbengericht beigetragen: Keine Gemeinde stimmte der Erhöhung der Autobahnvignette und damit dem Netzbeschluss zu. «Ein Ja wäre ein politisches Zeichen gewesen», bedauert Benno Jermann, Gemeindepräsident von Zwingen. Allerdings müsse man dafür dem Stimmbürger konkrete Projekte vorlegen. Nur auf Konzepte gebe es kein Ja.

Es fehlen 1,2 Milliarden Franken

Dem stimmt der Laufener Stadtpräsident Alexander Imhof zu: «Viele erinnern sich an die Versprechungen vor der Abstimmung zur Bahn 2000, die Laufental-Linie werde auf Doppelspur ausgebaut. Daraus wurde nichts. Deswegen überwog das Misstrauen, ob der Bund die H18-Engpässe dann auch wirklich beseitigen würde.»

Auch wenn man im Komitee «Pro Bundesstrasse Basel – Jura» ein Nein befürchtet hatte, kann es keinen Plan B aus dem Hut zaubern: «Wir treffen uns in der kommenden Woche, um das weitere Vorgehen zu besprechen», erklärt Komitee-Geschäftsleiter Adrian Schmidlin aus Grellingen. Für ihn aber ist klar, dass man für die Finanzierung den Bund weiterhin einbinden müsse: Allein für die H18 seien – inklusive Vollanschluss Aesch – Investitionen im Umfang von 1,2 Milliarden Franken nötig. Zugleich zeigt sich Schmidlin pessimistisch: «Auf Bundesebene wird es bei der Suche nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten zu einem Hauen und Stechen zwischen Befürwortern des öffentlichen und des Individualverkehrs kommen.»

Zusätzlicher Leidensdruck

Derweil nimmt der Verkehr weiter zu: «Ist die Transjurane zwischen Biel und Pruntrut eröffnet, werden wegen der LSVA mehr Lastwagen die kürzere Strecke durch den Jura wählen», befürchtet Jermann. «Der Leidensdruck wird zunehmen.»

So sei in Zwingen durch die Eröffnung des Kreisels und der neuen Brücke nun der Verkehrsfluss stetiger, was es den Anwohnern erschwere, eine Lücke zu finden, um selbst auf die Strasse einzuschwenken. «Zudem haben sich damit die Probleme einfach noch mehr zum Angenstein verlagert.» Jermann fordert deshalb, der Kanton müsse die Planung forcieren und in erster Priorität den Muggenbergtunnel (150 Mio.) und anschliessend die Umfahrung Zwingen/Laufen (950 Mio.) in Angriff nehmen. «Gegenüber dem Bund müssen dann die Kantone Solothurn, Jura und Baselland geschlossen auftreten.»

«Wir benötigen den Bund in jedem Fall», ist auch Imhof überzeugt. «Rückt die Umfahrung weiter nach hinten, müssen wir Zentrumsentlastung Laufen forcieren. Laufen kann nicht 30 Jahre warten.» Entsprechend müsse die neue Birsbrücke und die Unterführung Bahnhof ins Agglomerationsprogramm aufgenommen werden.