Herr Eichenberger, wann kamen Sie auf die Idee, dass Lausens Postleitzahl 4415 auch ein Datum ist?

Martin Eichenberger: Vor rund zwei Jahren, während ich mich auf eine Sitzung der Geschäftsprüfungskommission vorbereitet habe. Dabei fragte ich mich: Wie geht es Lausen? Wie geht es 4415? Es fiel mir wie Schuppen von den Augen: 4.4.15 – das ist ein Datum. Dann muss man etwas machen.

Ist das Grund genug für ein Fest?

Auf jeden Fall. So was ist nur alle 100 Jahre möglich. Die Orte mit beispielsweise 4052 oder 6015 können nie aus dem gleichen Anlass feiern wie wir – der Monat 0 existiert nicht. Viele Postleitzahlen entsprechen einem Datum, viele nicht. Der 4.4.15 ist würdig für ein Fest.

Was bieten Sie am kommenden Samstag?

Zentral ist das Foto. Lausner Einwohner und Bürger stellen sich auf dem Sportplatz auf zum Schriftzug «4415 Lausen». Diese Szene wird dann von oben – auf einem Kran – fotografiert. Zudem wird eine Festwirtschaft geführt. Alle sollen zum Gelingen dieses Fests ihren Teil beitragen.

Wir organisieren den Anlass, die Besucher sollen sich dann selber arrangieren – sich begegnen, vernetzen, zusammen reden und ein paar gemütliche Stunden verbringen. Wie an einem Geburtstag: zusammenkommen, Foto machen, etwas essen, diskutieren. Das Ganze ist ungezwungen; nach dem Foto kann man gehen, wann man will.

Was soll Ihr Fest bezwecken?

Wir möchten das Wir-Gefühl der Dorfgemeinschaft stärken. Jede Lausnerin und jeder Lausner soll spüren, dass sie und er Teil dieser Gemeinde ist. Und deshalb auf das Foto kommt, das eine Momentaufnahme unserer Dorfbevölkerung ist.

Wir stehen zusammen, wenn es uns gut geht. Dafür benötigen wir kein Hochwasser oder eine andere Katastrophe. Vielleicht können wir mit unserem Fest ein paar Leute dazu motivieren, künftig auch zum Wohl der Gemeinde beizutragen und später einmal ein öffentliches Amt zu übernehmen.

Für Ihren Anlass muss man sich nicht anmelden. Haben Sie dennoch Anhaltspunkte, mit wie vielen Besuchern zu rechnen ist?

Nein. Wir hoffen auf gutes Wetter und dass wir von den gut 5'000 Lausner Einwohnerinnen und Einwohnern etwa 1'000 mobilisieren können. Bei Nennung dieser Zahl werde ich zwar stets belächelt.

Sind auch Auswärtige willkommen?

Als Festbesucher ja, aber aufs Foto dürfen nur Einwohner und Bürger. Wir kontrollieren nicht, wir zählen auf Treu und Glauben aller.

Das Datum fällt auf den Karsamstag. Ist das ein idealer Tag für Ihren Anlass?

Im Vorfeld hatten wir unsere Zweifel. Aber es gibt viele Synergien und Kleinigkeiten, die fürs Datum sprechen.

Welche?

Wahrscheinlich sind einige mögliche Teilnehmende in den Ferien. Aber diejenigen, die da bleiben, haben vielleicht Zeit. Gewisse Sachen sind erst mit dem Karsamstag möglich: Die Sportplätze werden nicht anderweitig benutzt, den Kran fürs Foto können wir günstiger mieten, der Fotograf hat über die Festtage keine anderen Verpflichtungen. Das sind einige Synergien, die positiv sind.

Wird Ihre Idee Nachahmer finden?

Ich hoffe, dass ein paar andere Leute in der Region oder in anderen Teilen der Schweiz die Idee auch gut finden. Zwar ist es eine Schnapsidee und das Datum unwichtig. Aber selbst daraus kann was Besonderes entstehen.

Feste aus solchem Anlass sind einmalige Gelegenheiten, die Dorfbevölkerung zusammen zu bringen. Vor 100 Jahren gabs noch keine Postleitzahlen, unsere Gemeinde hiess bloss Lausen. Heute ist es 4415 Lausen. Und im Jahr 2115 gehören wir vielleicht zu Gross-Liestal oder zur Gemeinde Oberbaselbiet, wer weiss?