Ernst Dill beendet seine Karriere als Kommunalpolitiker auf Ende der laufenden Legislatur Mitte nächsten Jahres. Der Gemeindepräsident von Lausen gab vorgestern an der «Budgetgmeini» bekannt, er trete zu den Erneuerungswahlen im März 2012 nicht mehr an. Dill gehört seit 20 Jahren dem Gemeinderat an und amtet seit 16 Jahren als Präsident.

Kritische Voten wegen Kosten

Zuvor hiessen die Stimmberechtigten sämtliche Sachgeschäfte deutlich gut. Am meisten zu reden gab das Projekt eines zusätzlichen Fussballfeldes bei der Mehrzweckhalle Stutz für 808000 Franken. Gemeinderat Peter Aerni zeigte auf, dass die beiden bestehenden Rasenfelder den Trainings- und Meisterschaftsbetrieb der beiden Lausner Fussballclubs mit zusammen 24 Teams nicht mehr verkraften können. Der FC Lausen habe sogar einen Aufnahmestopp für Junioren verhängen müssen. Ein drittes Spielfeld sei deshalb dringend nötig.

In der Debatte überwogen die befürwortenden Stimmen. Doch es gab auch kritische Voten wegen der Kosten. Bemängelt wurde, dass die Nachbargemeinden nicht zur Kasse gebeten werden, obwohl viele auswärtige Aktive bei den Lausner Klubs spielen. Einen Nebenantrag, wonach sich die Vereine an den Unterhaltskosten der Plätze zu beteiligen hätten, lehnte die Versammlung deutlich ab. Der Kanton fördert das Projekt mit einem Beitrag von knapp 180000 Franken aus dem Swisslos Sportfonds.

LED-Beleuchtung auf Strassen?

Als unbestritten erwiesen sich das Umbau- und Erweiterungsprojekt des Kindergartens Brühl Ost für eine halbe Million Franken und die Erschliessung des Baulandes an der Unterfeld- und der Bettlenenstrasse für 800000 Franken. Die Strassenbreite wird dabei, wie Gemeinderätin Sibylle Galster erklärte, um einen Meter auf fünf Meter verschmälert. Aufgrund der geologischen Situation – der Hang im Bettletenfeld ist als Rutschgebiet bekannt – wurde das Gelände schon vor zwanzig Jahren mit grossem Aufwand stabilisiert.

Angeregt durch einen Tipp aus der Versammlung erklärte der Gemeinderat, er werde prüfen, ob die Strassen mit stromsparenden LED-Lampen ausgeleuchtet werden können.

Das Budget der Gemeinde Lausen weist bei einem Aufwand von 14,4 Millionen Franken einen Fehlbetrag von 633000 Franken aus. Im Vorjahr waren es noch 350000 Franken. Wie Finanzchef Marcel Durrer vorrechnete, sind die Kosten der neu geregelten Pflegefinanzierung im Vergleich um mehr als 300000 Franken angestiegen. Die Investitionen beziffern sich netto auf 4,6 Mio. Franken. Bei den Steuern und Gebühren ändert sich 2012 in Lausen nur wenig. Der Finanzplan sieht in der laufenden Rechnung zwar Defizite vor. Dazu Durrer: «Weil man vorsichtig budgetiert, ist die Rechnung meist besser als die Prognosen.» Die Rechnung 2011 bestätigt die Aussage: Das budgetierte Defizit von 350000 Franken dürfte in einen Überschuss von 300000 Franken umschlagen.