Der Tierpark Weihermätteli ist eine einmalige, vier Hektaren grosse Erholungsoase im Siedlungsraum von Liestal. Und das soll wenn möglich auch so bleiben, versicherte gestern an einer Medienkonferenz Jean-Luc Nordmann, Präsident der Mitte August neu gegründeten Stiftung Tierpark Weihermätteli. Allerdings gibt es vor allem für den Zeitraum nach 2013 noch grosse finanzielle Fragezeichen.

Neue Trägerschaft

Dass sich mit Jean-Luc Nordmann der ehemalige Direktor für Arbeit im Eidgenössischen Staatssekretariat für Wirtschaft nun federführend um den Tierpark kümmert, hat eine Vorgeschichte: Mit der neuen Spitalfinanzierung kann die bisherige Parkbetreiberin, die Psychiatrie Baselland, das «Weihermätteli» nicht mehr über das Globalbudget des Kantons abrechnen. Also musste eine neue Trägerschaft her, die nun in Form der Stiftung gefunden worden ist (die bz berichtete). Psychiatrie-Direktor Hans-Peter Ulmann zeigte sich gestern erfreut über diese Lösung und insbesondere auch, dass mit Nordmann «eine bekannte, ausserordentlich gut vernetzte, zielorientierte und humorvolle Persönlichkeit» den Stiftungsrat präsidiere. Diesem gehören unter andern auch Liestals Stadtpräsident Lukas Ott, seine Vorgängerin Regula Gysin, Markus Meier von der Wirtschaftskammer und Ulmann selbst an.

Stiftung erhält Tiere geschenkt

Psychiatrie und Stiftung regeln die Parkübergabe per Anfang 2013 mit drei Verträgen: mit einem Schenkungsvertrag für das Mobiliar und die rund 200 Tiere, mit einem Pachtvertrag für Boden und Gebäude, die die Psychiatrie zum gleichen Preis weitergibt, wie sie sie vom Kanton pachtet, sowie mit einem Leistungsvertrag. Letzterer ist einer der wichtigsten finanziellen Stützen der neuen Stiftung. Denn die Psychiatrie geltet mit jährlich 170000 Franken ab, dass sich die Patienten weiterhin im heutigen Rahmen im Park bewegen können. Nordmann sagte dazu: «Der Tierpark hat eine enorme therapeutische und integrative Bedeutung für diese Menschen.» Zudem schiesst die Psychiatrie einmalig ein Gründungskapital von 30000 Franken ein.

Trotz Spenden sind die Finanzen im Minus

Weitere Einnahmen generiert die neue Stiftung über integrative Arbeitsplätze -– mit dem Handwechsel des Parks sollen keine Stellen verloren gehen -– und mit Erträgen aus dem Parkbetrieb. Auch diverse Gemeinden haben sich inzwischen zu einem Beitrag entschlossen, der allerdings in den meisten Fällen noch von den Versammlungen respektive dem Einwohnerrat zu genehmigen ist. Es sind dies die Stadt Liestal mit 35000, die Bürgergemeinde Liestal mit 25000, Frenkendorf mit 6000, Lausen mit 5000, Ziefen mit 3140 und Füllinsdorf mit 2250 Franken. Doch damit klafft im nächstjährigen Budget der Tierpark-Stiftung mit einem Aufwand von 416000 Franken immer noch ein Loch von rund 100000 Franken.

Fonds als letzter Notnagel

Nordmann will dieses nun in erster Linie mithilfe von Wirtschaft, Institutionen und privaten Gönnern stopfen. Die Stiftung habe dazu ein Konzept mit Haupt- und Nebensponsoren sowie mit verschiedenen Patenschaften entworfen. Nordmann: «Ich bin zuversichtlich, dass wir das Geld zusammenbringen.» Andernfalls steht noch ein von der Psychiatrie über Jahrzehnte geäufneter Tierparkfonds mit 124000 Franken zur Verfügung. Sollte aber auch dieser dahinschmelzen, ohne dass neue, namhafte Quellen angezapft werden können, sieht es schlecht aus um den Tierpark Weihermätteli in seiner heutigen, in der Bevölkerung so beliebten Form.