Bildungsreformen hin oder her: Am wichtigsten für den Lernerfolg der Schüler bleibt – der Lehrer. Und zuletzt stand die Pädagogischen Hochschule (PH) im Fokus. Die Neueinsteiger brächten das Rüstzeug nicht mit, um vor einer Sekundarschulklasse zu stehen. Kern der Kritik ist die schlanke Lehrerausbildung. Wenn sich angehende Lehrer für den integrativen Bildungsgang an der PH entscheiden, dann dauert die Ausbildung weniger lang, und der Aufwand ist bedeutend geringer als beim sogenannt konsekutiven Weg über die Uni.

Kommt hinzu: Die PH-Absolventen dürfen drei Fächer unterrichten; wer den Umweg über die Uni auf sich nimmt, nur zwei – damit gehen Lohneinbussen einher. Damit verknüpft ist der Lehrplan 21, der sogenannte Kombinationsfächer vorsieht. Die ursprünglich einzelnen Fächer werden nun an der PH zusammengefasst, «Natur und Technik» etwa besteht aus Biologie, Chemie und Physik, in welchen die Studenten nur «eine Schnellbleiche» durchlaufen, wie der Lehrerverein Baselland (LVB) moniert.

«Diesen Missstand wollen wir nicht weiter akzeptieren», sagte der Roger von Wartburg vom LVB an der gestrigen Medienkonferenz. Die Lehrer gehen aber wie beim Statement zum Harmos-Austritt einen Schritt weniger weit als das Komitee «Starke Schule Baselland», das der PH die fachwissenschaftliche Ausbildung ganz entziehen will. Der LVB sieht von einer solchen Radikallösung ab und schlägt stattdessen vor, dass die beiden Ausbildungsgänge in Dauer und Lohneinreihung anzupassen sind. Mit der integrativen Ausbildung an der PH und konsekutiven Weg via Uni sieht der LVB gar eine Chance für eigene Ausbildungsprofile.

Nach dem Weg über die Uni könnten die Lehrer die leistungsstärkeren Sek-Niveaus unterrichten, die integrative Ausbildung an der PH müsste einen höheren heilpädagogischen Anteil haben und auf die tieferen Niveaus ausgerichtet sein. «Früher waren die Realschullehrer Allrounder», sagte LVB-Präsident Michael Weiss, während die Lehrer des heute niedrigsten Niveaus A die gleiche Ausbildung hätten wie die Niveau-P-Lehrer (ehemals Progym). Dabei hätten die Lehrer auch in der 9. Klasse noch heilpädagogische Aufgaben zu lösen. «Es gibt tatsächlich 9.-Klässler, denen muss man den Unterschied zwischen einem Igel und einem Hasen erklären», veranschaulichte Weiss die Leistungsunterschiede in der Regelschule.