Die im Rahmen des Baselbieter Sparpakets 2012 bis 2015 beschlossene Pensenerhöhung für Sekundar- und Gymnasiallehrer soll ab August um vorerst zwei Schuljahre weitergeführt werden. Gleichzeitig wird der Regierungsrat damit beauftragt, spätestens bis zum Ablauf dieser zwei Jahre den Berufsauftrag für die Lehrer zu überarbeiten oder aufzuheben. Diesen Kompromiss unterbreitet die vorberatende Personalkommission dem Landrat. Dank der Pensenerhöhung kann der Kanton pro Jahr 3,5 Millionen Franken einsparen.

Das Geschäft war bereits beim ursprünglichen Beschluss 2012 umstritten und ist es immer noch: So ist in der Personalkommission beantragt worden, die Erhöhung um eine Lektion pro Schulwoche an die Überarbeitung des Berufsauftrags zu koppeln. Es sei im Kontext der Sparmassnahmen eine Gesamtbetrachtung der Arbeitsbedingungen der Lehrer notwendig. Die zuständige Regierungsrätin Monica Gschwind wies gemäss Kommissionsbericht allerdings darauf hin, dass eine Überarbeitung des Auftrags innert kurzer Frist nicht möglich sei. Zudem hat sich im Vorfeld die mitberichtende Bildungs-, Kultur- und Sportkommission mehrheitlich gegen die Verbindung von Pensenerhöhung und Überprüfung des Berufsauftrags ausgesprochen.

Druck auf Regierung ausüben

Eine Mehrheit der Personalkommission ist hingegen der Meinung, es müsse Druck auf die Regierung ausgeübt werden, mit einer Überarbeitung des Berufsauftrags die angespannte Situation für die Lehrer zu verbessern. Daher der Kompromissvorschlag für eine vorerst auf zwei Jahre befristete, anstelle der von der Regierung favorisierten unbefristeten Verlängerung der Zusatzlektion. Einig waren sich die Mitglieder der Personalkommission darin, dass die bestehenden Sparmassnahmen «rasch und unterbruchfrei» fortgesetzt werden müssen. Wie sich letztlich der Landrat entscheidet, ist nach den kontroversen Vorberatungen unklar.