Wem sein Velo lieb ist, der stellt es besser nicht auf dem Veloparkplatz im Wiedenhub auf der Südseite des Liestaler Bahnhofs ab. Denn abgeschraubte Einzelteile oder sogar ganz geklaute Velos sind dort alles andere als eine Seltenheit. Auch Liestals Stadtpräsident Lukas Ott – ein Alltags-Velofahrer – hat seinen Untersatz hier schon wiederholt vergeblich gesucht.

Doch mit diesem Missstand soll nun Schluss sein: Letzte Woche hat der Stadtrat 240 000 Franken für eine bewachte Velostation gesprochen. Davon übernehmen die SBB, die Grundeigentümerin des Velo-Parkplatzes sind, die Hälfte. Daniel Christen, Abteilungsleiter Hochbau bei der Stadt Liestal und für die Infrastruktur des Veloparkplatzes verantwortlich, sagt, dass 114 bewachte und 72 unbewachte Veloplätze geplant seien; heute sind es 140 unbewachte. Für den Betrieb am Wiedenhub wird die Velostation Liestal GmbH zuständig sein, die bereits die Veloparkplätze jenseits der Geleise bei der Post bewirtschaftet.

Bestehendes Veloparking voll

Das Regime wird denn auch beidseits der Geleise dasselbe sein: Die bewachten Parkplätze werden mit einem hohen Metallzaun und Videokameras gesichert. Zudem ist tagsüber eine Person präsent. Und auch die Parkgebühren werden am Wiedenhub gleich sein wie heute schon bei der Post: einen Franken pro Tag, 15 Franken pro Monat und 150 Franken für ein Jahresabonnement. Diese Preisstruktur hat sich offenbar bewährt, sind doch die 107 bewachten Parkplätze bei der Post mehr als gut belegt. Die zuständige Liestaler Stadträtin Marion Schafroth sagt denn auch: «Für die Erhöhung des Angebots an bewachten Parkplätzen sprach vor allem die Tatsache, dass die bestehende Velostation bei der Post ausgelastet ist.» Zudem habe man die Situation für die Velofahrer in den Quartieren südlich der Bahngeleise verbessern wollen.

Nicht zuletzt profitieren auch einige Sozialhilfe-Bezüger vom Ausbau im Wiedenhub: Die Velostation Liestal GmbH kann zwei bis drei Personen mehr in ihr Beschäftigungs- und Wiedereingliederungsprogramm aufnehmen, wie Geschäftsführerin Smadah Levy sagt. Heute arbeiten nebst vier Festangestellten und einer Lehrtochter rund 20 Arbeitslose in den drei Bereichen Veloparking, Velowerkstatt und Hauslieferdienst. Und die Politik ist mit dem Projektverlauf sehr zufrieden: Der Einwohnerrat hat die Velostation letzten Dezember nach einer fast dreijährigen Pilotphase in ein Definitivum überführt und auch Stadträtin Schafroth sagt: «Die Velostation ist eine gefreute Sache, von der die Bevölkerung einen direkten Nutzen hat.»

Zurück zum Ausbau der Veloparkplätze am Wiedenhub: Die Stadt Liestal reicht in den nächsten Tagen das Baugesuch für die bewachte Station ein und Daniel Christen rechnet damit, dass diese Ende Oktober in Betrieb gehen kann. Sie ist dann eine Zweigniederlassung der Velostation bei der Post, wo alle zentralen Dienstleistungen wie Logistik und Werkstatt verbleiben.