Nach Oberwil will nun auch Liestal die Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei verstärken. Dazu hat die Kantonshauptstadt mit der Baselbieter Sicherheitsdirektion eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen. Danach soll die Kantonspolizei stadtpolizeilichen Aufgaben wahrnehmen. Dabei handelt es sich vorerst um eine zweijährige Pilotphase. Startschuss ist der 1. Januar 2011.

Liestals Stadtpräsidentin Regula Gysin ist überzeugt, mit dieser Massnahme dem zunehmenden Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung gerecht zu werden. «Um unsere Aufgaben auch in Zukunft rund um die Uhr erfüllen zu können, müssten wir die Stadtpolizei um drei bis vier Stellen aufstocken», nannte die FDP-Politikerin heute Mittwoch vor den Medien den Hauptgrund für diesen Schritt.

Projekt bewirkt keine Mehrkosten

Für die beanspruchten Polizeidienste zahlt Liestal 280 000 Franken. Gerechnet wird mit insgesamt 3500 Einsatzstunden à 80 Franken. Davon wird ein grosser Teil für die Prävention im öffentlichen Raum und für die Überwachung des ruhenden und fliessenden Verkehrs eingesetzt. Das Pilotprojekt bewirke keine Mehrausgaben, sagte Gysin. Im Gegenteil: Liestal könne fürs gleiche Geld von mehr Leistungen profitieren.

Während der Testphase werden zwei Stadtpolizisten ihren Dienst unter dem Kommando des Kantons wahrnehmen. Ihr Arbeitsort wird neu in der Gutsmatte in Liestal sein. Im Vergleich zu vorher verfügen sie künftig über die polizeilichen Kompetenzen und Kommunikationsmittel der Kantonspolizisten. Sie wirken als eigene Organisationseinheit innerhalb des Polizeistützpunktes Liestal, können aber bei Bedarf auch für Polizeidienste ausserhalb der Stadt eingesetzt werden. Die Stadt hat das Recht, die Polizeidienstleistungen im Umfang des vereinbarten Dienstleistungskatalogs zu bestellen.

Mitte 2009 hatte Polizeikommandant Daniel Blumer vorgeschlagen, die Aufgabenverteilung der kantonalen Polizei und den Gemeindepolizeien neu zu regeln und damit eine heftige Diskussion ausgelöst. Vor allem bei Unterbaselbieter Gemeinden mit eigener Polizei kam seine Idee gar nicht gut an. Die Stadt Liestal hatte jedoch damals schon Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Kanton gezeigt.