Der bz-Bericht von letztem Samstag, dass die Universität einen neuen Standort auf dem Münchensteiner Dreispitzareal suchen müsse, beflügelte am Mittwochabend den Liestaler Einwohnerrat. So reichten gerade drei Politiker aus SVP, SP und Grünen Fragen ein mit der identischen Stossrichtung, ob sich der Stadtrat jetzt wieder für den letzten Herbst abgelehnten Uni-Standort beim Liestaler Bahnhof stark mache.

«Ja. Uns ist klar, dass Liestal von der Verkehrserschliessung, dem Entwicklungspotenzial und den Kosten her bester Uni-Standort im Baselbiet ist», lautete die unmissverständliche Antwort von Stadtpräsident Daniel Spinnler (FDP). Die Botschaft, dass das Fenster Uni-Standort Liestal nach wie vor offen stehe, habe der Stadtrat der Regierung bereits persönlich überbracht. Und er werde sich bei dieser Frage auch weiterhin konstruktiv einbringen, versprach Spinnler.

Gelegenheit wird er möglicherweise schon bald wieder haben, denn Stefan Fraefel (CVP) reichte gestern auch ein Postulat unter dem Titel «Keine Universität am Dreispitz – neue Chance für Liestal?» ein.

Umstrittener Ortsbus

Nicht so gross war die Harmonie bei der Frage, ob die relativ peripheren Quartiere Sichtern und Langhag/Hanro mit einem Bus bedient werden sollen. Anlass für die Diskussion war eine vor über drei Jahren von grünen Kreisen mit 548 Unterschriften eingebrachte Initiative, die einen solchen Bus zumindest für eine Pilotphase verlangt.

Der Stadtrat legte eine Vorlage für einen dreijährigen Probebetrieb mit einem Preisetikett von 1,43 Millionen Franken vor. Obwohl es gestern nur ums Eintreten aufs Geschäft und dessen Überweisung an die Bau- und Planungskommission (BPK) ging, brach ein selten heftiger Grabenkampf aus.

Auf der einen Seite standen geschlossen FDP und SVP. Für sie machte etwa Dominic Odermatt (FDP) geltend: «Wir sind gegen Eintreten. Denn wir können uns das nicht leisten, das entspricht einem Steuerprozent pro Jahr. Das ist unverantwortlich angesichts der angespannten Finanzlage.» Zudem stellte er den Nutzen infrage.

Die Antwort kam postwendend aus den geschlossenen SP-, Grünen- und Mitte-Fraktionen. Michael Durrer (Grüne) unterstellte FDP und SVP «Arbeitsverweigerung», weil sie nicht einmal bereit seien, die Vorlage in der BPK vertieft zu prüfen, wie es sonst gang und gäbe sei. Schliesslich beschloss der Rat mit 22 zu 14 Stimmen Eintreten und überwies die Vorlage an die BPK. (hi)