Im «Gitterli» ist er bereits ein Promi. Bei Cedric Bütlers Fotoshooting für die bz im Stadion des FC Liestal munkelt man: «Das ist bestimmt wegen des Paulaner-Cups.» Andere bedauern: «Warum hat er denn kein FC Liestal-Trikot an, wenn er schon in die Zeitung kommt?» Seit sich Bütler für die Endrunde im Paulaner-Cup 2015 qualifiziert hat, verfolgen ihn jedenfalls mehr Blicke als zuvor.

Das bemerkt er auch selbst. «Dabei wollte ich das Ganze eigentlich eher geheim halten», sagt der 20-jährige Nachwuchsspieler. Er schaffte es, sich gegen mehr als 40 000 Bewerber aus der ganzen Welt durchzusetzen. Nun gehört er zur «Paulaner Traumelf», die noch im Herbst ein Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern München austragen soll.

Der Paulaner-Cup findet seit 2011 jedes Jahr statt. Amateure aus der ganzen Welt bewerben sich mit einem Video, 40 davon werden zum Probetraining eingeladen.

Bewerbungsvideo von Cedric Bütler für den Paulaner Cup

Bewerbungsvideo von Cedric Bütler für den Paulaner Cup

Die Spieler-Legenden des FC Bayern Paul Breitner und Raimond Aumann sowie der Sportjournalist Waldemar Hartmann, auch bekannt als Weissbier-Waldi, bestimmen dann das endgültige 21-köpfige Team. Im Probetraining achtete die Jury auf Ballkontrolle und taktisches Verhalten der Spieler. Im zusätzlichen Elf-zu-elf-Match wurde auch auf vorhandenen Teamgeist und Fairplay jedes Bewerbers geachtet. «Danach mussten wir persönliche Fragen beantworten und über unsere Motivation reden», erzählt Bütler.

Kollegen waren überrascht

«Meine Stärken liegen eindeutig im taktischen Bereich», sagt der defensive Mittelfeldspieler. Seine Kollegen seien überrascht gewesen, dass er es geschafft habe. Zur Auswahl standen nämlich auch Nachwuchsspieler vom Bundesligisten Hertha BSC Berlin oder von Sampdoria Genua aus der Italienischen Serie A. Bütler sagt dazu: «Ich bin bestimmt nicht der Beste, aber ich hatte den Mut und die Geduld, mich durchzusetzen.» Manche Spieler hätten auch versucht, die Jury mit anderen Mitteln zu überzeugen. «Sie kamen in bayerischen Trachten oder trugen ein Gedicht vor. Es gab unter den Bewerbern viele Bayern-Fans, denen die Chance, gegen ihre Stars anzutreten, sehr viel bedeutete.»

Bütler selbst schwärmt weniger für den FCB aus München, als viel mehr für den aus Basel. Dennoch gibt es schon den einen oder anderen Spieler, dem er sehr gerne begegnen würde beim grossen Spiel im Herbst. Etwa dem brasilianischen Neuzugang Douglas Costa. Der Mann, der für 30 Millionen von Schachtjor Donezk kam und seit Juli für die Bayern dribbelt, wäre für Bütler ein Star, mit dem er nach dem Spiel gerne das Trikot tauschen würde. «Jeder spricht über Costas schwindelerregendes Tempo. Ich möchte sehen, wie schnell der wirklich ist.» Auch mit Trainer Pep Guardiola würde Bütler gerne ein paar Worte wechseln. «Mich nimmt wunder, welche Anweisungen Pep seinem Rechtsverteidiger gibt und wie er seine Philosophie den Spielern vermittelt», sagt er.

Schule ist wichtiger

Bütler ist nämlich selbst Assistenz-Trainer der E-Jugend in Liestal. Für eine Karriere als Profi-Fussballer sei er aber zu wenig talentiert. «Dieser Zug ist bereits abgefahren», sagt er. «Wenn man mit 14 noch nicht in einem Profi-Club spielt, wird es schwierig.» Die Schule war für ihn aber ohnehin immer im Vordergrund. Im kommenden Frühling schliesst er seine Lehre als Hochbauzeichner ab.

Wann das Spiel der Paulaner Traumelf gegen den FC Bayern München genau stattfinden wird, ist noch unklar. «Schön wäre es allerdings gewesen, wenn das Spiel zur gleichen Zeit, wie das Oktoberfest stattgefunden hätte», schmunzelt Bütler. Er möchte den Paulaner-Cup auch zum Anlass nehmen, um die bayrische Kultur besser kennen zu lernen.

Die letzte «Paulaner Traumelf» verlor ihr Spiel mit 5:1. Das ist eine beachtliche Leistung, ging doch der SV Werder Bremen eine Woche darauf mit 6:0 gegen die Bayern unter. Wie die Amateur-Elf dieses Jahr abschneidet, hängt natürlich vom Einsatz der einzelnen Spieler ab. Bütler hat Grosses vor: Er tippt ein 2:2.