Dominikus Gasser, Raubtierlehrer und Sohn des Gasser-Olympia-Direktors Dominik Gasser, tritt mit Kalif und seinen vier Löwendamen auf. Das stösst nicht nur auf Begeisterung, wie Ursula Limanets vom Circus GO (Gasser-Olympia) weiss.

Bisher setzten Sie auf Haustiershows. Wieso stehen jetzt plötzlich Wildtiere im Zentrum?

Ursula Limanets: Das hat einen rein familiären Hintergrund und ist keine geschäftliche Überlegung. Dieses Jahr hat es sich zum ersten Mal ergeben, dass Dominikus Gasser mit seinen Löwen im Weihnachtszirkus auftreten kann. Bisher war er dann immer auf Tournee. Sein Vater freut sich sehr, seinen Sohn in der Manege willkommenzuheissen. Von einem Fremden hätten wir niemals eine Wildtiershow eingekauft. Wir setzen schon lange auf Haustiershows und die kommen super beim Publikum an.

Der Trend geht ja auch eher weg von Wildtiershows. In vielen Ländern wie der Niederlande, Belgien oder Dänemark sind sie bereits verboten.

Genau. Auch bei Gasser-Olympia ist dies kein Trend, sondern eine einmalige Gelegenheit. Haustiershows sind zeitgemäss – Wildtiershows nicht unbedingt. Stattdessen gibt es immer strengere Vorschriften und weniger Möglichkeiten. Wahrscheinlich werden solche Shows auch in der Schweiz früher oder später verboten.

Hatten Sie bereits negative Reaktionen auf den Auftritt der Löwen?

Ja, allerdings sehr wenige. Das Gegenteil ist deutlich öfter der Fall: Viele Leute sagen uns, dass sie extra wegen der Löwen kommen werden. Die Skeptiker hingegen kommen mit Standardsprüchen – etwa dass sie uns boykottieren würden oder dass wir Tiere quälen.

Haben Sie Verständnis für solche Reaktionen?

Natürlich. Das sind Leute, die sich ernsthaft Gedanken über das Tierwohl machen. Aber leider sind sie nicht richtig informiert. Das merkt man schnell, wenn man mit ihnen diskutiert. Das ist auch verständlich. Ein Laie kennt schliesslich die Bestimmungen und Rahmenbedingungen gar nicht. Deshalb suchen wir immer den Dialog und empfehlen, sich das Ganze einmal anzuschauen und sich nachher mit dem Direktor oder den Wildtierlehrern zu unterhalten. Dieses Angebot wurde bis anhin aber immer ausgeschlagen. Das ist schade, denn die Löwen werden hier optimal gehalten, mit viel Auslauf und Betreuung rund um die Uhr. Dominikus Gasser hat eine sehr innige Beziehung zu ihnen und sieht sich selber als Teil des Rudels.

Welche Höhepunkte erwarten dieses Jahr die Besucher neben den Löwen?

Wir konnten die in der Ukraine sehr bekannte Sängerin Marina Naumenko gewinnen. Sie gibt dem Anlass einen festlichen Touch. Die Gasser’s Sky Girls, die jedes Jahr anders zusammengesetzt sind und andere Nummern zeigen, kommen mit ihren Luftnummern immer gut an. Faszinierend ist auch der Auftritt der Schlangenfrau. Die Katzen- und Hundeshows sind beim Publikum sehr beliebt. Dieses Jahr gibt es sogar einen Pudel zu sehen, der rechnen kann.