Die Baselbieter EVP hält sich im Wahlkampf zurück. Sie macht nicht mit beim Wettkampf der Parteien, möglichst viele Plakate an allen (un-)möglichen Orten anzubringen. Stattdessen setzen die Evangelischen auf eine andere Strategie. Sie hängen wenige Plakate auf, die dürfen jedoch beschriftet werden. «Bekritzeln erwünscht», liess die Kleinpartei verlauten. Man sei gespannt auf die Botschaften.

Ähnlich zurückhaltend gibt sich die EVP auch bei Wahlkampfaktionen. Sie schmeisst sich nicht an Haustüren oder per Telefon im grossen Stil an potenzielle Wähler und Wählerinnen heran.

Stattdessen gibt es drei öffentliche Führungen. «Als Mittepartei betreiben wir eine weitsichtige, brückenbauende Sachpolitik», steht auf der Website der EVP. Getreu ihrem Selbstverständnis fand letzte Woche ein Rundgang in der Rheinsaline statt, der unter dem Motto «Salz und Licht in der BL-Politik» stand.

Looking at things

Im Februar sind zwei weitere Führungen angesetzt, das Motto dieses Mal: «Wir verbinden & bauen Brücken». Bei der einen Führung geht es zur Autobus AG Liestal, bei der zweiten schaut man sich gemeinsam die Mühlemattbrücke in Liestal an. Eine Stunde lang. Wem das noch nicht reicht, der kann im Anschluss noch mit Landratskandidierenden der EVP darüber diskutieren, was der Inhalt der Führung mit der Politik der EVP zu tun hat.

Bestimmt haben die Personen vom Fach spannende Details zu den einzelnen Themen zu erzählen – keine Frage. Aber die Frage, die sich stellt, ist: Lockt man mit solchen Veranstaltungen wirklich Wählerinnen und Wähler an die Urne?

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Mirjam Kohler beleuchtet in der Kolumne «Wahlfieber» Skurriles aus dem Baselbieter Wahlkampf.