Die Geschichte der psychiatrischen Klinik Baselland reicht weit zurück. Im Jahr 1769 wurde unterhalb von Liestal ein neues Siechenhaus eröffnet, das später auch andere Bedürftige aufnahm. Mit der Zeit war es Armen- und Invalidenhaus gleichzeitig. Später fanden auch psychisch kranke Personen darin Platz. Sie galten damals als unheilbar krank, dementsprechend wurden sie auch behandelt: Die «unruhigen oder bösartigen Irren» wurden ab 1800 von den anderen Insassen getrennt und eingesperrt. Das blieb bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts so, dann wurde in Liestal neben dem Siechenhaus ein neues Kantonsspital gebaut. Dieses hatte eine eigene, geschlossene Abteilung für die «Irren».

Die «Irrenabteilung» war als «Landasyl» gedacht. Sie sollte die Kranken von der gewohnten Umgebung trennen und dauerhaft absondern. Die Natur und das Landleben sollten helfen, die Geisteskrankheiten zu bekämpfen.

Besonders idyllisch war das Leben im Kantonsspital aber nicht. Zu stark wurde es von der neuen Bahnlinie zwischen Basel und Liestal gestört. Zahlreiche Insassen versuchten zu entweichen, und es fehlte an ausgebildetem Pflegepersonal. Psychisch Kranke erlebten nach wie vor die Anwendung von Zwangsmitteln wie den Gebrauch der Zwangsjacke und Handschuhen, das Ruhigstellen durch Angurten ans Bett oder das Einsperren.

Verbesserungen im Jahr 1934

Im Jahr 1934 öffnete eine neue Pflegeanstalt auf dem Hasenbühl in Liestal die Türen. Neu waren alle Abteilungen unter einem Dach untergebracht, und die Patienten wurden nach ihrem sozialen Verhalten getrennt. Es gab für Männer und Frauen jeweils eine «unruhige» und eine «halbunruhige» Abteilung, eine Abteilung für Schwermütige und eine für allgemein Pflegebedürftige.

Patienten wurden nun teilweise als heilbar betrachtet. Arbeits- und Psychotherapie wurden nun ergänzt durch «grosse» körperliche Kuren und Schockkuren. In den 1950er-Jahren fand ausserdem die «chemische Revolution» statt. Dabei wurde unter anderem das neue Psychopharmaka Largactil eingesetzt.

Die neuen Psychopharmaka vereinfachten den Alltag für die Pflegenden: Die Patienten wurden ruhiger, und es war weniger Kraft notwendig, um in der Klinik zu arbeiten. Rund 50 Jahre später entstand ein Erweiterungsbau, der eine zeitgemässe Betreuung und Unterbringung ermöglichen sollte.

1974 wurde der Neubau, der den Kanton gemäss den damals geäusserten Ansprüchen bei der psychiatrischen Versorgung in die Kategorie der «Spitzenkantone» führen sollte, nach langer Planung feierlich eröffnet.

Trotz dieser Reformen geriet die psychiatrische Klinik in Liestal in die Kritik: Sie galt als rückständig, und die Willkür der Ärzte in Liestal wurde unter anderem im schweizerischen Beobachter und der Basler Zeitung kritisiert. Die Klinik galt als Aufbewahrungsinstitution, oder gar als Abfallecke für auffällige Patienten.

Ermutigt durch die Medien meldeten sich ehemalige Insassen und Angehörige zu Wort. Durch den öffentlichen Druck fand bei der Klinikleitung schliesslich ein Umdenken statt.

Die Diskriminierung der psychisch Kranken wurde bekämpft und der Wandel zu einer therapie- und patientenzentrierten Psychiatrie vollzogen. Schlussendlich sollte die Klinik ein Spital werden wie jedes andere auch. Oder wie der damalige für die Klinik verantwortliche Regierungsrat Paul Man schrieb: «Man geht hinein, um wieder hinauszukommen!»