Das Diebesgut war sorgfältig ausgewählt: Handcréme der Marke Alessandro, Parfümflaschen von Bruno Banani und Bulgari, Lippenstifte von Maybelline. Der 42-jährige Mann aus dem Oberbaselbiet soll laut der Staatsanwaltschaft die Luxusartikel jeweils im Basler Rotlichtmilieu verhökert haben.

Dazu sagte er heute vor Gericht zwar nichts, gab aber die Diebstähle grundsätzlich zu. Einzelrichterin Dorrit Schleiminger verurteilte ihn daher wegen mehrfachen gewerbsmässigen Diebstahles zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Drei davon hat er schon in Untersuchungshaft abgesessen, er hofft auf eine Entlassung nach zwei Dritteln der Strafe in einem Monat.

Im vergangenen April ist er im Coop City-Warenhaus an der Hutgasse trotz Hausverbot erneut aufgefallen, auf der Flucht nahm er zwei Getränkebehälter mit und rammte beim Ausgang eine Angestellte, die sich ihm in den Weg gestellt hatte. Er entkam, sie wurde dabei leicht verletzt. Dies wertete die Staatsanwaltschaft als Raub, das Gericht ging aber zu seinen Gunsten davon aus, dass er lediglich fliehen wollte.

Als gefährlich wird er jedenfalls nicht eingestuft: Seit den 1990er Jahren bezieht einer eine Invalidenrente wegen einer Erkrankung an Schizophrenie. Er ist ausserdem bevormundet, wobei das Verhältnis zu seinem Vormund offensichtlich nicht das beste ist. «Mein letzter Vormund war zehnmal besser», betonte der Mann gestern.

Von einer schizophrenen Erkrankung wollte er allerdings nichts wissen.

«Das steht nur auf dem Papier. Man kann keine Rente bekommen, wenn man nicht krank ist». Ganz einfach gestaltete sich die Befragung zu seiner Person sowieso nicht.

Ob es denn stimme, dass er von seinem Vormund 1000 Franken im Monat zur freien Verfügung erhalte, wollte Gerichtspräsidentin Dorrit Schleiminger wissen. «Nein, jetzt habe ich 3000 Franken, weil ich die drei Monate in Untersuchungshaft gespart habe», erklärte er stolz.

Auch von Drogenkonsum wollte er nichts wissen. «Weshalb stehlen sie dann?», frage Schleiminger. «Sie haben ja keine Ahnung», war die Antwort.

Auch die Frage, wieviel Geld er denn zum Leben brauche, führte nicht weiter. «Ich bin sieben Jahre lang mit null Franken ausgekommen. Da können sie selbst ausrechnen, wie lange mir 1000 Franken reichen würden», führte er aus.

Zu den Diebstählen kam noch ein zum Gebrauch entwendetes Velo, wobei er dem Gericht versicherte, er hätte es selbstverständlich hinterher wieder zurückgestellt, wäre er nicht in der Fussgängerzone der Polizei aufgefallen.

Eine weitere Verurteilung wegen der Beschimpfung einer Polizistin war ebenfalls unbestritten. Er kann das Urteil noch weiterziehen.