Die Grüne Marie-Theres Beeler gewinnt den ersten Wahlgang um die Nachfolge von Lukas Ott im Liestaler Stadtrat klar. Mit 1448 verfehlt sie das absolute Mehr von 1505 Stimmen um relativ knappe 57. Auf dem zweiten Platz landet FDP-Kandidatin Karin Jeitziner mit 743 Stimmen. SVP-Kandidat Markus Rudin vereinigt 717 auf sich. 100 Stimmen gingen an andere Personen. Die Stimmbeteiligung betrug 44 Prozent.

Der zweite und entscheidende Wahlgang wird am 14. Januar stattfinden. Beeler freute sich sichtlich über das Resultat: «Es ist ein Vertrauensbeweis der Bevölkerung in meine Kompetenz.» Das wollten die Freisinnigen so nicht stehen lassen. Die im ersten Wahlgang unterlegene Karin Jeitziner konnte nicht anwesend sein. Sie weilt derzeit in Mittelamerika in den Ferien. Deshalb wurde sie vertreten von Werner Fischer, dem FDP-Fraktionspräsidenten im Liestaler Einwohnerrat, sowie Hans Vogt, dem Präsidenten der FDP Liestal.

Marie-Theres Beeler

Vogt rechnete vor, dass die beiden bürgerlichen Kandidaten zusammen sogar zwölf Stimmen mehr erhalten haben als Marie-Theres Beeler. Fischer begründete, wieso sich das bürgerliche Lager nicht auf einen Kandidaten festlegte: «Die bürgerlichen Wähler haben gerne eine Auswahl.» Keinesfalls handle es sich um – wie die bz schrieb – ein bürgerliches Trauerspiel.

Bálint Csontos, Präsident der Baselbieter Grünen, war derweilen in Hochstimmung. Er bezeichnete Marie-Theres Beelers Resultat als «genial» und «verdient». Dazu geführt habe Beelers langjährige Vorarbeit, die sie etwa im Landrat geleistet habe. Ohne Zweifel habe sie Stimmen über die Mitte hinaus erhalten. «Sie hat immer wieder Unbestechlichkeit bewiesen, was ihr den Respekt über die Parteigrenzen hinaus eingebracht hat», urteilte Csontos. Und weiter: «Marie-Theres Beeler steht zu ihren Prinzipien und Ideen.»

Rudin zögert

SVP-Mann Markus Rudin zog für sich trotz des dritten und letzten Platzes ein positives Fazit: «Ich konnte widerlegen, dass man in dieser Wahl nur als Frau in den Stadtrat einziehen kann.» Der geringe Abstand zu Jeitziner zeige dies. Gleichzeitig kritisierte Rudin den Umstand, sich im bürgerlichen Lager nicht auf eine gemeinsame Kandidatur geeinigt zu haben. Was ihn nicht davon abhielt, zumindest vorerst an seiner eigenen Kandidatur festzuhalten. «Ich werde mich mit der Parteispitze besprechen, bevor ich eine definitive Entscheidung treffe», kündigte er an.

Gleichzeitig will Karin Jeitziner erneut antreten. Können sich die Parteien nicht einigen, wird es doch auf das besagte Trauerspiel hinauslaufen. Hans Vogt sprach von einer Absprache, die erfolgt sei, wollte diese jedoch nicht in die Öffentlichkeit tragen.

Vogt sieht dem zweiten Wahlgang «zuversichtlich» entgegen, ebenso tun das die Grünen. «Das war bislang ein beispielhafter Wahlkampf der Ortssektion», lobte Csontos. Marie-Theres Beeler will weiterhin mit der Bevölkerung im Gespräch bleiben, «die Leute ernst- und mitnehmen», wie sie sagte.