«Saugefährlich» sei es dort, wettert der Birsfelder Diego Persenico. Die Marie-Lotz-Promenade dem Rhein entlang, eigentlich ein lauschiges Spazierweglein, werde immer mehr zur Raserstrecke für Velofahrer. «Ältere Leute gehen da schon gar nicht mehr spazieren, weil sie Angst vor den rücksichtslosen Velofahrern haben», erzählt er.

Darum hat das Birsfelder Urgestein nun dem Gemeinderat eine Petition überreicht. Darin fordert Persenico, dass die Promenade für die Fussgänger sicherer gemacht wird – damit die Velofahrer die Fussgänger nicht je länger, je mehr vom Weg verdrängen. «Für die Fussgänger ist die Strecke vom Birsköpfli bis zum Kraftwerk kein Naherholungsgebiet mehr», kritisiert er.

Schwellen gegen die Velo-Raser

Konkret schwebt ihm der Einbau von Schwellen vor, damit die Velofahrer gezwungen sind, langsamer zu fahren. «Auch die Signalisation muss man verbessern», findet Persenico. Und zwar müsse man gross und deutlich auf Tafeln schreiben, dass die Fussgänger Vortritt hätten. «Denn jetzt ist es so, dass die Velofahrer die Fussgänger zusammenstauchen, wenn sie auf dem Weg herumstehen», enerviert er sich.

Handlungsbedarf ortet er auch wegen der neuen Brücke am Birsköpfli. «Weil diese breiter und somit attraktiver wird, lockt die Strecke noch mehr Velofahrer an», befürchtet der 60-Jährige. Es werde also immer schlimmer – früher sei der Weg noch für Velofahrer gesperrt und die Welt für die Spaziergänger in Ordnung gewesen.

Roland Chrétien, Geschäftsführer der Pro Velo beider Basel, hat bisher zwar noch nie von Problemen auf dieser Strecke gehört – er hält es aber für durchaus möglich, dass sich Fussgänger dort von den Velofahrern gestört fühlen könnten. «Nur: Velofahrer von dort zu verbannen, ist eigentlich unmöglich», sagt er. «Das ist eine wichtige Verbindungslinie, und die Velofahrer wollen da durch.» Pro Velo sei darum klar gegen ein Fahrverbot.

Auch Schwellen oder andere Hindernisse könne man erst unterstützen, wenn andere Massnahmen versagt hätten. «Am besten klärt der Gemeinderat vor Ort die Lage ab und stellt dann als erste Massnahme Schilder auf», empfiehlt Chrétien.

Zweiter Weg für Fussgänger?

Ausserdem schlägt er vor, zu prüfen, ob eine Trennung des Weges in einen Spazier- und Veloweg möglich ist – oder ob man allenfalls einen zweiten Weg für die Fussgänger anlegen kann, beispielsweise mit einem Mergelbelag.

Der Birsfelder Gemeindeverwalter Walter Ziltener und Gemeindepräsident Claudio Botti haben versprochen, sich um die Petition zu kümmern. «Da wären ihm die Spaziergänger dankbar», kommentiert dies Persenico. Bei ihm hätten sich nach Einreichen der Petition Dutzende von Leuten gemeldet mit den Worten «Endlich geht da etwas.»