Im Juni sagten Sie, Sie könnten nach der Unterzeichnung des aussergerichtlichen Vergleichs wegen des maroden Kunsti-Dachs wieder besser schlafen. Ist das jetzt anders, nachdem bekannt geworden ist, dass die Eishalle gegen 870'000 Franken teurer wird?

Peter Buser: Nein, aber die Situation ist nicht einfach. Wir müssen nun alles genau anschauen. Ich kann immer noch gut schlafen, sonst wäre das schlecht für mich.

Die neue Situation gibt Ihnen aber schon zu denken?

Natürlich beschäftigt mich das.

An der Gemeindeversammlung vor vier Monaten sagten Sie noch, man habe die Kosten im Griff. Wie ist es möglich, dass sich seither die Lage derart negativ verändert hat?

Bei einem derartigen Projekt ist so was immer möglich. Wir gingen davon aus – und das war noch bis vor kurzem der Fall –, dass der Kredit reicht. Die Vergaben erfolgten im Rahmen der Kostenvoranschläge. Aber es kamen Sachen zum Vorschein, mit denen wir nicht gerechnet hatten. So erwies sich die Bausubstanz des bestehenden Gebäudes schlechter als angenommen, was vermehrte Baumeisterarbeiten erforderte. Die für den neuen Technik-Bereich nötigen Erdarbeiten waren um einiges komplizierter. Verschiedene Auflagen in der Baubewilligung lösten zusätzliche Kosten aus. Auch im Fassaden- und Dachbereich mussten wir mehr investieren.

Hat der Zeitdruck, damit die Halle wie geplant Anfang November eröffnet werden kann, auch einen Einfluss auf die Kosten?

Nicht direkt.

Wie wollen Sie die Mehrkosten dem Souverän glaubhaft kommunizieren?

Wir haben jetzt mal informiert und müssen abwarten, wie es dann unter dem Strich aussieht. Es ist eine unerfreuliche Angelegenheit, aber wir haben Erklärungen. Misswirtschaft, Luxus oder grobe Fehler gab es nicht.

Diese Kostenüberschreitung ist Wasser auf die Mühlen jener Leute, die Ende 2016 das Referendum gegen die Eishalle unterstützt haben.

Das ist sicher so. Das kann uns jetzt jeder zum Vorwurf machen. Ich muss jedoch betonen, dass die Kosten sich innerhalb des Kostenvoranschlags mit zehnprozentiger Abweichung bewegen. Wir beantragen unsere Kredite, ohne jeweils viel Reserve einzuplanen. Sonst heisst es, wir würden das Geld dann ohnehin ausgeben. Der Baukredit von 8,7 Millionen Franken für die Sanierung der Kunsteisbahn und den Neubau der Eishalle beinhaltet eine Reserve von bloss 400 000 Franken. 

Sie werden mit einem Nachtragskredit vor die Gemeindeversammlung gehen müssen. Damit schaffen Sie ein Faitaccompli. Egal, ob der Nachtragskredit bewilligt oder abgelehnt wird: Das Geld ist ohnehin ausgegeben. Das hinterlässt mehr als nur einen bitteren Nachgeschmack.

Natürlich, das ist so. Wie der Souverän in die Politik und in unsere Gemeinde Vertrauen haben muss, so müssen wir auch dem Planer vertrauen können. Einmal ist der Punkt, an dem wir das Okay geben und mit dem geplanten Projekt zufrieden sind. Dann folgen Vorgänge, die man nicht mehr bremsen oder anders machen kann. Die Baukommission hat ihre Arbeit im Voraus geleistet. Und ich bin jetzt noch davon überzeugt, dass sie diese richtig und gut gemacht hat. Wenn das Ganze mal läuft, ist es schwierig zu korrigieren. Sonst müsste man gleich die Übung abbrechen. Aber dann haben wir wieder während einer Saison kein Eis.

Die deutliche Überschreitung des Baukredits wiegt schwerer mit der ganzen Vorgeschichte um das beschädigte Hallendach.

Da teile ich Ihre Meinung.