Manch einer träumt vom reichen Onkel aus Amerika – andere spielen Lotto. Birsfelden hat ihn einfach so gewonnen, den Lottosechser: Von einer vermögenden alteingesessenen Familie erhielt die Gemeinde ein Vermächtnis, fast eine Million Franken schwer.

Zwar sind die Mittel zweckgebunden. Sie dürfen nur für öffentliche Grün- und Spielanlagen verwendet werden. Doch das störte die Gemeinde, die nicht gerade im Geld badet, keinesfalls: Ihr kam das Legat wie gerufen.

Das Resultat ist jetzt beim Birskopf zu sehen. Der Spielplatz am östlichen Rand der Wiese wurde in den letzten Monaten umgestaltet. Ab kommender Woche übergibt ihn die Gemeinde abschnittsweise der Öffentlichkeit. Unter anderem ein Leuchtturm wartet auf die Kinder.

Versunkenes Schiff zum Klettern

Das Legat stammt von der Familie Kilcher. Die letzte Vertreterin der Kilchers sprach die Gelder bereits 2003. In den Jahren 2016 und 2017 stellte die Gemeinde bei Kontrollen fest, dass ihre Spielplätze etwas in die Jahre gekommen sind. Sie konnte die Spende bestens gebrauchen. Der genaue Betrag: 828'597 Franken.

Seither wurde dem Konto knapp eine halbe Million Franken entnommen. Bei 13 Spielplätzen kam das Geld zum Einsatz. Unter ihnen befinden sich auch alle Spielplätze, die zu Pausenhöfen der drei Primarschulen und der fünf Kindergärten in Birsfelden gehören. Hinzu kamen mehrere tausend Franken aus dem Swisslos-Fonds. Beim Birskopf-Spielplatz kostete die Erneuerung rund 165'000 Franken, an anderen Standorten reichte ein Bruchteil davon.

Der Leuchtturm wird das neue Wahrzeichen auf dem Birskopf-Spielplatz. Andernorts sind die Highlights nicht weniger spektakulär: etwa eine Wasser-Kies-Anlage, die einem Bachlauf nachgeahmt ist, ein versunkenes Schiff als Kletterspielanlage und ein Sandkasten mit Wasserspender. Man habe jedoch nicht geklotzt, versichert Jürgen Mischke, Leiter der für Spielplätze zuständigen Abteilung Leben in Birsfelden. «Das Legat wird nicht komplett für die Spielplatzsanierungen aufgebraucht.»

Es ist nicht das erste Mal, dass in Birsfelden der Name Kilcher im Kontext einer wohltätigen Spende auftaucht. Zwei Brüder namens Fridolin und Jakob Kilcher waren bei der Gründungsversammlung der katholischen Pfarrei Bruder Klaus anwesend. Wie die Pfarrei schreibt, schenkte ihr Jakob Kilcher den Boden für den Bauplatz der Kapelle. Die Brüder standen auch mehrfach als Bürgen gut, wenn sich die Kirchgemeinde verschulden musste. Lina Bauer-Kilcher, die Tochter von Fridolin Kilcher, setzte die Tradition fort. Ihre Spenden machten etliche wohltätige Einrichtungen in Birsfelden möglich, etwa den Krankenpflegeverein, das St. Fridolinsheim, die Kleinkinderschule und die St. Fridolinsmatte.

Der genaue Verwendungszweck des Spielplatz-Legats lautet: «Für Anlagen oder Unterhalt von Parkanlagen für die Öffentlichkeit.» Die Gemeinde legte das so aus, dass auch Spielplätze und -wiesen zu Grünanlagen gehören. Bei der Planung der Erneuerungen wurde dem Willen der Stifterin Rechnung getragen. «Wir wollen die Plätze möglichst naturnah gestalten», sagt Jürgen Mischke. «Wir lassen also nicht nur neue Geräte aufbauen und neue Böden auslegen. Unser Ziel ist es, die Spielplätze möglichst naturnah zu gestalten und mit viel Grün aufzuwerten.» An einigen Standorten wird es auch Schilder geben, die angeben, welche Pflanzen wo genau wachsen.

Frau Kilcher wäre zufrieden.

 

Eröffnung Spielplatz Birskopf: Samstag, 11. Mai, ab 15 Uhr.